19:14 07 Dezember 2016
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    Lebensqualität für Rentner: Russland schneidet schlecht ab

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    Russland ist in Sachen Lebensqualität für Senioren im Ländervergleich auf Platz 78 eingestuft worden, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Russland ist in Sachen Lebensqualität für Senioren im Ländervergleich auf Platz 78 eingestuft worden, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Das geht aus einem unter der Schirmherrschaft der Uno erstellten Ranking der Wohltätigkeitsorganisation HelpAge International hervor.

    Anhand von Daten der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der UNESCO wurde die Lebensqualität von Menschen ab 60 Jahren in 91 Ländern untersucht. Einkommen, Gesundheitszustand, Bildungsgrad, Beschäftigung, Umweltsituation und soziale Aktivitäten galten bei der Studie als Gradmesser.

    Auf den ersten drei Plätzen landeten Schweden, Norwegen und Deutschland. Ihnen folgen die Niederlande, Kanada, Schweiz, Neuseeland, USA, Island, Japan, Österreich, Irland und Großbritannien. Schlusslichter sind Pakistan, Tansania und Afghanistan.

    Russland steht in dem Ranking fast auf einer Stufe mit Nepal und Laos. Selbst in Weißrussland (Platz 60) und der Ukraine (Platz 66) ist die Lebensqualität der Rentner besser. Auch in allen anderen BRICS-Ländern (Brasilien, Indien, China, Südafrika) geht es älteren Menschen besser als in Russland, obwohl es in China und Indien überhaupt kein einheitliches Rentenversicherungssystem gibt und nur Beamte mit Renten rechnen dürfen.

    Die Experten von HelpAge International verwiesen zudem darauf, dass ein schnelles Wirtschaftswachstum keine Garantie für eine hohe Lebensqualität für den Ruhestand bedeutet. Die Rentner in China und Südafrika leben schlechter als in wirtschaftlich schwachen Ländern wie Uruguay oder Panama.

    Im Jahr 1990 hatte die UN-Vollversammlung den 1. Oktober zum Internationalen Tag älterer Menschen erklärt. Das Problem der Überalterung der Gesellschaft betrifft immer mehr Länder. 2012 gab es weltweit 809 Millionen Menschen (elf Prozent der Weltbevölkerung) im Alter von mehr als 60 Jahren. Bis 2030 soll diese Zahl auf 1,37 Milliarden (16 Prozent) und 2050 auf 2,03 Milliarden (22 Prozent) steigen. Derzeit ist Japan das einzige Land, in dem mehr als 30 Prozent der Einwohner älter als 60 Jahre sind. Bis 2050 könnten weitere 64 Länder hinzukommen, darunter Russland.

    In Russland wächst die Zahl der Rentner um etwa eine Million pro Jahr und liegt mittlerweile bei fast 40 Millionen. 2020 könnte sie 50 Millionen erreichen. Die Regierung ist aber nicht in der Lage, den älteren Menschen ein würdiges Leben zu sichern: Die Durchschnittsrente liegt bei 10 000 Rubel (umgerechnet etwa 230 Euro). Der größte Teil der Ausgaben entfällt dabei auf Lebensmittel und Wohnnebenkosten. Eine radikale Anhebung der Renten kommt auch nicht in Frage, weil die Rentenkassen ohnehin ein Minus von zwei Billionen Rubel (etwa 46 Milliarden Euro) haben.

     

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