10:50 18 August 2017
SNA Radio
    Zeitungen

    Anschläge im Irak: Dschihad-Kämpfer auf Rachefeldzug

    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    0 8 0 0

    In Syrien kämpfende Islamisten erschüttern den Irak mit blutigen Vergeltungsaktionen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    In Syrien kämpfende Islamisten erschüttern den Irak mit blutigen Vergeltungsaktionen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.
    Sie üben Rache an irakischen Kurden, die den Kampf gegen die Gotteskrieger in Nordsyrien unterstützen. Experten erwarten einen Anstieg der Terroranschläge in den Nachbarländern Syriens.

    55 Menschen starben am Montag bei einer Anschlagsserie in mehreren Stadtteilen Bagdads. 150 Menschen wurden verletzt. Zwei der 14 Terroranschläge waren gegen Sunniten gerichtet, die restlichen gegen Schiiten.

    Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten könnte das Niveau der Eskalation der  Gewalt von 2006 bis 2007 erreichen, als Tausende Menschen ums Leben kamen. Im September 2013 wurden 979 Menschen bei Gewaltaktionen getötet. Seit Jahresanfang kostete der angeheizte Konflikt zwischen den islamischen Glaubenslagern 5000 Menschen das Leben.

    Hinter den Terroranschlägen in Bagdad sollen al-Qaida-Einheiten stecken, die die Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten zuspitzen wollen. Seit dem Sturz  Saddam Husseins haben die Sunniten im Irak stark an Macht verloren. Den Sicherheitsbehörden zufolge gibt es Indizien, dass die Schiiten mit Vergeltungsaktionen gegen Sunniten auf die Anschläge in den Schiiten-Hochburgen von Bagdad reagiert haben.

    Während Bagdad und Umgebung fast wöchentlich von Bombenexplosionen erschüttert werden, blieb die kurdische Region im Norden Iraks relativ stabil. Am Sonntag wurden die Kurden jedoch von einem Terroranschlag getroffen. Sechs Menschen kamen dabei ums Leben, 63 wurden verletzt. Sechs Terroristen wurden getötet. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die al-Qaida-nahe Gruppierung „Islamischer Staat im Irak und der Levante“. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden sollen sich viele Dschihad-Kämpfer im irakischen Mosul eingenistet haben.

    Bei dem Bombenanschlag handelt es sich um eine Vergeltungsaktion gegen die irakischen Kurden, die ihre Waffenbrüder im benachbarten Syrien unterstützen. Vor mehr als einem Jahr hatte der Präsident des irakischen Kurdistans, Masud Barsani, damit gedroht, Peschmerga-Einheiten in den Kampf gegen die Extremisten in Syrien zu schicken.

    Der Syrien-Krieg hat von Anfang an zahlreiche dschihadistische Elemente aus dem Nahen Osten sowie aus Russland und Europa enthalten“, so der Nahost-Experte Georgi Engelhardt. „Einen schnellen Sieg konnten sie nicht erringen. Jetzt wollen sie sich an denjenigen rächen, die Assad unterstützen – an den Kurden und am Irak. Ohne Hilfe der schiitischen Behörden Iraks wäre die gesamte logistische Unterstützung fehlgeschlagen. Zudem hat al-Qaida die früheren Konflikte im Irak nicht vergessen. Sie hatte dort Erfolg, jedoch keinen Sieg errungen“, sagte der Experte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren