09:26 16 Dezember 2018
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    Raketenwerfer (Symbolbild)

    Russland gibt neuer Interkontinentalrakete einen Namen

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    Die neue russische ballistische Interkontinentalrakete hat den Namen RS-26 bekommen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Die neue russische ballistische Interkontinentalrakete hat den Namen RS-26 bekommen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Der Name war auf der Webseite für staatliche Anschaffungen nach einer Ausschreibung für die Haftpflichtversicherung von Raketenstarts veröffentlicht worden.

    Die Bezeichnungen dieser Raketen werden beim Informationsaustausch mit den USA im Sinne eines bilateralen Vertrags über strategische Offensivwaffen von 2010 verwendet.

    Bei der Ausschreibung erhielt die Versicherungsgesellschaft Ingosstrakh den Zuschlag. Dabei handelt es sich um die Teststarts von Raketen der Typen RS-20W Wojewoda (im Westen als Satan bekannt) (Versicherungssumme: 2,4 Milliarden Rubel – umgerechnet etwa 55 Millionen Euro), RS-24 Jars (Versicherungssumme: 180 Millionen Rubel – etwa 4,1 Millionen Euro), RS-18 (Versicherungssumme: 1,2 Milliarden Rubel – etwa 27 Millionen Euro), RS-12M Topol-M (geplant sind vier Starts, Versicherungssumme: 180 Millionen Rubel pro Start) sowie RS-26 (Versicherungssumme: 180 Millionen Rubel).

    Ein Ingosstrakh-Sprecher teilte mit, dass die Gesellschaft auch frühere Raketenstarts des Verteidigungsministeriums versichert habe, darunter zwei RS-26-Starts.

    Wie ein früherer Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums sagte, zeugt die Versicherungssumme für die RS-26-Rakete davon, dass der Schadensersatz im Falle ihres Absturzes genauso hoch wie bei  anderen Feststoffraketen, aber deutlich geringer als bei Flüssigstoffraketen sei. Die Benennung der neuen Rakete bedeute, dass bei ihrer Entwicklung bereits große Fortschritte gemacht worden seien, ergänzte der Experte.

    Nach seinen Worten geht es um einen neuen mobilen Feststoffraketenkomplex, dessen Entwicklung der Befehlshaber der strategischen Raketentruppen, General Sergej Karakajew 2012 angekündigt hatte. Die neue Rakete soll vor allem das alte Modell Topol ersetzen (nicht zu verwechseln mit dem moderneren Komplex Topol-M). Die Topol-Raketen werden bereits schrittweise ausgemustert.

    Im Juni hatte das Verteidigungsministerium den erfolgreichen Teststart eines Prototyps der neuen ballistischen Interkontinentalrakete verkündet. Dabei habe es sich um das RS-26-Modell gehandelt, ergänzte der Experte.

    Nach dem Raketentest im Juni schrieb der mit den Geheimdiensten gut vernetzte US-amerikanische Journalist Bill Gertz in seinem Blog, dass Russland mit der Entwicklung dieser neuen Rakete gegen den Vertrag über Raketen mittlerer und geringer Reichweite von 1997 verstoßen könnte, der Raketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern verbietet.

    Ein russischer Rüstungsmanager verwies jedoch darauf, dass die Reichweite des RS-26-Modells mehr als 5500 Kilometer betrage, so dass gegen das oben genannte Abkommen nicht verstoßen werde.

    Viele russische Militärexperten bedauern, dass keine neue Rakete mittlerer Reichweite entwickelt werden könne, sagte das Mitglied des Gesellschaftsrats beim Verteidigungsministerium, Ruslan Puchow. Das wäre ein wesentlich günstigeres Abschreckungsmittel gegenüber den europäischen Nato-Ländern und China. Sie verstehen aber, dass die Aufstellung solcher Raketen die Beziehungen mit der EU und der Volksrepublik verschlechtern würde, so Puchow. Deshalb werde Russland seine internationalen Verpflichtungen nicht verletzen.

     

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