09:34 23 Februar 2020
SNA Radio
    Zeitungen

    Boykott gegen Syrien-Konferenz: Opposition droht Spaltung

    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    „Genf 2“-Konferenz zu Syrien (286)
    0 02
    Abonnieren

    Die für Mitte November geplante zweite Syrien-Friedenskonferenz steht offenbar auf der Kippe, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Die für Mitte November geplante zweite Syrien-Friedenskonferenz steht offenbar auf der Kippe, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Der Vorsitzende des Syrischen Nationalrats, Georges Sabra, kündigte an: „Der Syrische Nationalrat, die größte Gruppierung der Oppositionskoalition, hat beschlossen, angesichts der aktuellen Situation auf eine Teilnahme an der Genfer Konferenz zu verzichten. Falls die Syrische Koalition Vertreter nach Genf schickt, wird der Nationalrat die Koalition verlassen müssen.“

    Der Sprecher der Syrischen Nationalen Koalition in der Türkei, Khaled Khodja, verwies darauf, dass dem Nationalrat „nur 22 der insgesamt 114 Sitze“ in der Koalition gehören. „Das ist zwar eine starke Gruppierung, aber ihre Absage von Genf-2 bedeutet nicht, dass die gesamte Koalition die Konferenz boykottieren wird.“ Die Koalition werde sich zu Genf-2 bis Ende Oktober positionieren, betonte Khodja. Laut Koalitionschef Ahmed al-Dscharba sei allerdings bereits eine positive Entscheidung getroffen worden.

    Offenbar missfällt Sabra die Einigung im Fall Assad. Das ist nachvollziehbar, denn die Abrüstung der Chemiewaffen hat bereits begonnen, wodurch die Positionen des Präsidenten Baschar al-Assad sowohl in Syrien als auch im Ausland allmählich stärker werden.

    Die USA haben mittlerweile auch erkannt, dass die syrischen Rebellen für viele Greueltaten verantwortlich sind, von denen die syrischen Behörden und russische Diplomaten seit mehreren Monaten gesprochen hatten. Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat unlängst einen entsprechenden Bericht veröffentlicht.

    Dem Dokument zufolge wurden am 4. August in Latakia 190 Zivilisten getötet, darunter 57 Frauen, 18 Kinder und 14 Greise. Mindestens 67 von ihnen wurden öffentlich hingerichtet. Mehrere Massaker wurden in alawitischen Dörfern verübt. Mindestens 200 Menschen werden immer noch als Geiseln gehalten. „Die Operationen waren von langer Hand geplant. Das war ein geplanter Überfall auf Zivilisten in alawitischen Dorfgemeinschaften“, räumte der HRW-Direktor im Nahen Osten, Joe Stork, ein.

    Die Zahlen seien allerdings nicht präzise, heißt im Bericht weiter. Viele Todesopfer werden in Gemeinschaftsgräbern bestattet, deshalb gibt es noch immer etliche Vermisste. „Das war ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, stellten die HRW-Experten fest.

    Ihnen zufolge werden die Rebellen von privaten Geldgebern aus der Golfregion finanziert. In diesem Zusammenhang wurde die Uno aufgefordert, die Waffenlieferungen an die Radikalen zu unterbinden. Das ist aber bekanntlich unmöglich. Laut den USA wird die Freie Syrische Armee, die angeblich keine Kontakte zu Islamisten hat, unterstützt. An wen die Waffen geliefert wurden, ist jedoch unklar. Laut HRW-Angaben beziehen die Extremisten ihre Waffen in der Türkei und gehen nach Syrien. Später kehren sie in die Türkei zurück, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen. In Ankara weist man allerdings diese Vorwürfe zurück.

    In Washington sei man über die HRW-Berichte „sehr beunruhigt“, sagte die stellvertretende Sprecherin des Außenministeriums, Marie Harf. „Gewalt gegen Zivilisten ist absolut inakzeptabel, egal wer dafür verantwortlich ist. Wir verurteilen jegliche Angriffe gegen friedliche Einwohner.“

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    „Genf 2“-Konferenz zu Syrien (286)

    Zum Thema:

    Wenn im Glashaus keine Scheiben mehr sind — Die verlogenen Positionen der Thüringer CDU und FDP
    Geheime Absprache um Steuermillionen: SPD-Spitzenpolitiker unter Verdacht
    Sahara-Sandsturm bringt Leben auf den Kanaren zum Stillstand – Video
    Syrien droht mit Abschuss aller Flugzeuge bei Verletzung des Luftraums