04:28 25 April 2019
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    Russlands Wirtschaft steht vor schweren Zeiten

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    Weltweite Finanzkrise (425)
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    Für die kommenden fünf Jahre muss Russland offenbar mit einem schwachen Wirtschaftswachstum rechnen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Für die kommenden fünf Jahre muss Russland offenbar mit einem schwachen Wirtschaftswachstum rechnen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Dem früheren Finanzminister Alexej Kudrin zufolge wird das BIP-Wachstum unter drei Prozent im Jahr liegen. Kudrin rechnet sogar damit, dass das Ergebnis in den Jahren 2013 und 2014 sogar darunter liegt. Die meisten Experten zweifeln, dass Russlands Wachstumskurve nach oben gehen wird. Nach ihrer Auffassung sind die Maßnahmen der russischen Regierung zur Wiederbelebung der Wirtschaft und der Investitionsaktivitäten unzureichend. Um die Situation zu ändern, sind politischer Wille und ein eindeutiger Kurs notwendig.

    „In den nächsten fünf Jahren wird die Wirtschaft höchstens um drei Prozent wachsen. Sie steckt in einer Stagnation. Falls die Regierung keine Reformen anpackt, wird diese Situation drei bis fünf Jahre anhalten“, so Kudrin. In den kommenden drei Jahren fehlen der Staatskasse mehr als drei Billionen Rubel (etwa 70 Milliarden Euro). Die Gründe dafür seien die Verlangsamung des BIP-Wachstums, der Rückgang des Export- und Importvolumens und fehlende Einnahmen aus der Privatisierung. Zudem würden die Unternehmen wegen schlechterer Finanzergebnisse weniger Steuern an den Staat abführen, so Kudrin. Am schwersten würden für Russland die Jahre 2013 und 2014 sein. In diesem Jahr soll das Wachstum bei 1,6 Prozent und im nächsten bei zwei Prozent liegen.

    Wie Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew betonte, gibt es bislang nur wenig positive Signale, man stecke nach wie vor in einer Stagnation. Doch für dieses Jahr bleibe die Prognose bei 1,8 Prozent. „Ich denke, dieses Ziel ist erreichbar. Wir werden dafür alles unternehmen“, sagte Uljukajew.

    Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts WZIOM hoffen knapp 41 Prozent der Russen, dass es um die Wirtschaft im nächsten Jahr besser bestellt ist. 42 Prozent erwarten eine negative Entwicklung. Im Juni war die Stimmung optimistischer gewesen (45 gegenüber 38 Prozent).

    Der Pessimismus unter den Russen ist unter anderem auf die Unfähigkeit der Behörden zurückzuführen, die schwierige Situation in den Griff zu bekommen. Ein Beispiel dafür ist das ständige Sabotieren der Privatisierungsprogramme, die 1,7 Billionen Rubel (etwa 40 Milliarden Euro) in die Staatskasse spülen sollten.

    Auch Analyst Dmitri Charlampijew erwartet, dass das BIP-Wachstum in diesem Jahr kaum über zwei Prozent liegen wird. „Vieles wird von der Zahlungsbilanz und der Investitionsattraktivität abhängen“, sagte er.

     

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