15:10 22 August 2017
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    Saudi-Arabien verärgert über US-Verzicht auf Syrien-Angriff

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    Saudi-Arabien hat mehrmals deutlich seinen Unmut über die Nahost-Politik der USA demonstriert, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Saudi-Arabien hat mehrmals deutlich seinen Unmut über die Nahost-Politik der USA demonstriert, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Saudi-Arabien missfällt, dass die USA Abstand von einem Angriff auf Syrien genommen haben und sich dem Iran annähern. Auch die Ägypten-Politik der USA wird kritisiert, konkret die Tatenlosigkeit beim Machtsturz Hosni Mubaraks 2011, die Unterstützung für seinen Nachfolger Mohammed Mursi und der Druck auf die aktuelle Übergangsregierung.

    Der Chef des saudi-arabischen Geheimdienstes, Prinz Bandar bin Sultan, kündigte aus Protest gegen die Nahost-Politik der USA an, die syrischen Oppositionskämpfer nicht mehr auszubilden und zu unterstützen.

    Die saudi-arabische Monarchie ist der größte Geldgeber der syrischen Opposition und hat sich den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad zum Ziel gesetzt. Der Verzicht der USA auf eine militärische Intervention in Syrien, die Einigung auf die Abrüstung der syrischen Chemiewaffen und auf Friedensgespräche sorgten in Saudi-Arabien für große Enttäuschung.

    Nach den Telefongesprächen zwischen dem US-Präsidenten Barack Obama und seinem iranischen Kollegen Hassan Rohani verlor Riad endgültig den Geduldsfaden. Die anschließenden Atomverhandlungen zwischen der Sechsergruppe und  dem Iran wurden ebenfalls argwöhnisch betrachtet. Sollte der schiitische Iran dank der Annäherung an die USA und einer Lockerung der Sanktionen an wirtschaftlicher und politischer Stärke gewinnen, wäre dies für das sunnitische Saudi-Arabien unannehmbar.

    Riad zeigt Washington schon seit langem seine Unzufriedenheit. Anfang Oktober weigerte sich Saudi-Arabien, in der UN-Generalversammlung aufzutreten. Mitte Oktober lehnte Riad seinen zeitweiligen Sitz im UN-Sicherheitsrat ab, weil das Gremium die übernommenen Verpflichtungen in der Syrien-Frage nicht erfülle, den Konflikt zwischen Palästina und Israel nicht löse und keine Schritte im Nahen Osten unternehme.

    Wie Prinz Bandar betonte, ist der Verzicht auf einen Sitz im Weltsicherheitsrat eine Botschaft an die USA. Riad wolle damit seine Enttäuschung über die Syrien-Politik von US-Präsident Barack Obama ausdrücken. Jetzt werde Riad bei der Unterstützung der syrischen Aufständischen in Syrien mit anderen Verbündeten kooperieren, zum Beispiel mit Frankreich und Jordanien.

    US-Außenminister John Kerry sprach am Montag mit seinem saudischen Kollegen Saud al-Faisal. Kein Wort wurde über die Einstellung der Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Länder gesagt. Kerry betonte zudem, dass beide Länder dieselbe Haltung zu vielen internationalen Fragen haben – ein atomfreier Iran, ein stabiles Ägypten und ein friedliches Syrien. Obwohl Saudi-Arabien seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat ablehne, spiele das Land eine sehr wichtige Rolle in der Region und in der Weltgemeinschaft, so Kerry.

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