22:10 19 Juni 2018
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    Riesiger Louis-Vuitton-Koffer auf Rotem Platz erregt Ärger

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    Ein auf dem Roten Platz stehender Pavillon in Form eines Koffers der Luxusmarke Louis Vuitton sorgt für erheblichen Ärger in Moskau, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Donnerstag.

    Ein auf dem Roten Platz stehender Pavillon in Form eines Koffers der Luxusmarke Louis Vuitton sorgt für erheblichen Ärger in Moskau, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Donnerstag.

    Erst forderten Blogger, dann Abgeordnete und schließlich auch das Präsidialamt, den gigantischen, neun Meter hohen und 30 Meter langen Koffer vom Roten Platz zu verbannen.

    Der Koffer ist eine Kopie des Handgepäcks von Fürst Wladimir Orlow, der zum engeren Kreis von Zar Nikolai II. gehörte. Am 2. Dezember sollte in dem Koffer eine Ausstellung mit Reisetaschen, Koffern und Pompadours von Isadora Duncan, Greta Garbo, Ernest Hemingway, Catherine Deneuve und anderen bekannten Persönlichkeiten eröffnet werden. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf sollten an die Stiftung „Naked Hearts“ des Supermodels Natalja Wodjanowa gehen.

    Wodjanowa postete auf ihrem Facebook-Account: „2009 hatte die Stiftung dank der Spenden der Modemarke (Louis Vuitton) drei Kinderspielplätze in Jekaterinburg gebaut und sich 2012 mit der Rehabilitation der von einer Hochwasserkatastrophe in Krymsk betroffenen Kinder befasst.“

    „Falls die Ausstellung abgesagt wird, bleibt uns nicht nur eine interessante ‚Reise‘ in die Geschichte und Schönheit verwehrt. Hoffentlich wird die Ausstellung nicht abgesagt, sondern nur an einen anderen Ort verlegt“, so Wodjanowa.

    In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren war die Abkürzung LV (für „Life values“) sehr gebräuchlich in Russland. Sie stand für Reichtum und einen gehobenen Lebensstandard. Taschen der Marke Louis Vuitton waren dabei ein wichtiges Luxussymbol: Sie zeugten davon, dass Frauen bzw. ihre zahlungswilligen Männer sich solch eine Luxusware leisten konnten.

    Da aber Louis-Vuitton-Taschen in China und anderen ostasiatischen Ländern gefälscht und nach Russland gebracht wurden, wurde die legendäre Luxusmarke auch mit Kitsch und Geschmacklosigkeit assoziiert.

    Deshalb kommt der Koffer auf dem Roten Platz bei den Moskauern nicht besonders gut an, egal was Wodjanowa behauptet.

    Dass der Rote Platz ein „heiliger Ort“ sei, ist jedoch ein fadenscheiniges Argument. Erst vor wenigen Monaten stand dort für längere Zeit ein riesiger Spiegelkubus, in dem die Herbst-Winter-Kollektion eines anderen französischen Modehauses präsentiert wurde.

    Der Rote Platz wurde bereits mehrere Male in ein Blumenbeet, eine Bühne oder eine Eisbahn verwandelt. Zudem wurden hier Pferde- und Motorradrennen, Basketball- und Eishockeywettbewerbe ausgetragen. Und damals dachte niemand an die Verletzung der patriotischen Gefühle der Russen…

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