10:36 18 Juli 2018
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    Briten bestreiten Lebensunterhalt mit Glücksspiel

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    Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise versuchen viele Briten ihren Lebensunterhalt mit Glücksspielen zu finanzieren, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Montag.

    Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise versuchen viele Briten ihren Lebensunterhalt mit Glücksspielen zu finanzieren, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Montag.

    In Großbritannien werden die Spielautomaten immer beliebter – vor allem in den sozial schwachen Regionen des Landes.

    Obwohl die Arbeitslosigkeit in Großbritannien auf 7,7 Prozent zurückgegangen ist, nimmt der Wohlstand ab. Im zweiten Quartal wuchsen die Löhne um 0,7 Prozent, während die Inflationsrate im September bei 2,7 Prozent lag. Beamte haben es noch schwerer – ihre Gehälter sanken in dieser Periode um 0,5 Prozent.

    Wegen der schwierigen Wirtschaftslage müssen viele Briten nach weiteren Einnahmequellen suchen. Immer beliebter werden Automaten, bei denen bis zu 100 Pfund in einer Runde gesetzt werden können. Insgesamt gib es in Großbritannien 33.000 Automaten, die wie eine Droge auf Zocker wirken. Im vergangenen Jahr wurden 1,5 Milliarden Pfund an den Automaten verspielt.

    „Die Regierung schaut dem Treiben tatenlos zu. Die drastische Sparpolitik trifft die Armen und Arbeitslosen. Die Menschen versuchen, auf jede Weise Geld zu verdienen. Die Glückspiele scheinen dabei eine schnelle Lösung zu sein. Sie werden zunehmend populärer“, so der britische Politiker Mark Hendrick.

    Nach Angaben der Kommission für Glückspiele brachten Automaten im vergangenen Jahr durchschnittlich 825 Pfund Gewinn ein (2011 – 760 Pfund). Spielautomaten werden vor allem in Regionen aufgestellt, wo die Menschen keine ständigen Einnahmequellen haben.

    Anfang November stimmte der Stadtrat von Liverpool für ein Verbot der Spielautomaten.

    Dennoch rufen einige Beamte und Experten dazu auf, sich nicht zu beeilen. Der Sport- und Tourismusministerin Helen Grant zufolge gibt es keine Beweise, dass die Automaten zu einem Anstieg der Zahl der Spieler führten. Auch der Chef des britischen Verbandes der Buchmacher, Dirk Vennix, ist gegen das Verbot von Spielautomaten. „Es stimmt, dass man 100 Pfund auf einmal setzen kann. Doch ein durchschnittlicher Spieler spielt 15 bis 20 Minuten und gibt 7,55 Pfund aus. Ungefähr so viel kostet eine Eintrittskarte für ein Kino“, so Vennix.

     

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