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07:41 19 August 2019
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    Moskau ist die zweitteuerste Stadt für Ausländer

    Medienoffensive: Russland will seine Werte exportieren

    © Sputnik / Alexej Filippow
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    Der Schutz der traditionellen Werte ist das offizielle Ziel der russischen Propaganda im Ausland, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Der Schutz der traditionellen Werte ist das offizielle Ziel der russischen Propaganda im Ausland, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Kurz vor dem Jahreswechsel veröffentlichte der Kreml auf seiner Webseite eine Liste der Aufträge von Präsident Wladimir Putin, die er während seiner Jahresbotschaft an die Föderalversammlung formuliert hatte. Am 9. Januar folgte eine Liste mit Aufträgen des Premiers Dmitri Medwedew zur Umsetzung von Putins Aufträgen. Ein großer Teil davon betrifft soziale und wirtschaftliche Fragen. Doch es gibt auch  Aufträge, die die Innen- und Außenpolitik betreffen. Bis zum 1. April sollen der Zustand der russischen Informationspolitik im Ausland analysiert und Maßnahmen zum Schutz der traditionellen Werte und humanistischen Ansichten konzipiert werden. Mit der Umsetzung dieses Auftrags sollen sich bis zum 17. März das Außenministerium, das Kulturministerium und  das Kommunikationsministerium befassen.

    Laut Medwedews Sprecherin Natalja Timakowa soll geprüft werden, wie die Informationspolitik im Ausland koordiniert wird. Ausgehend von den Vorschlägen der Ministerien und Behörden werde klar, welche Werte Russland schützen sollen, so Timakowa.

    Laut einer dem Kreml nahestehenden Quelle soll dieser Auftrag als offizieller Kommentar zur Fusion der Nachrichtenagentur RIA Novosti, des Auslandshörfunks Stimme Russlands und des Fernsehsenders R T gelten, aus denen die neue Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya (Russland heute) entsteht. Mit der neuen Struktur soll die Informationspolitik im Ausland aus einer Hand gesteuert werden. Als Vorbild dient die BBC in Großbritannien. Die PR-Agentur Ketchum, der Sender Stimme Russlands u.a.  werden somit überflüssig. Demnächst soll Putin einen weiteren Auftrag mit konkreten Maßnahmen erteilen. Russland habe 2013 bei der Lösung des Syrien-Konfliktes außenpolitisch Stärke gezeigt  - diese soll nun ausgebaut werden.

    Dabei gehe es nicht um die Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya, sondern um die Koordinierung der Anstrengungen der Ministerien und Behörden, so die Quelle. Putin hatte in seiner Jahresbotschaft geäußert, dass es weltweit immer mehr Menschen gebe, die dieselben Werte wie Russland vertreten.

    Wie der Abgeordnete der Staatsduma (Parlamentsunterhaus) Wjatscheslaw Nikonow betonte, hat  Russland kaum Kanäle, um sein Image in die westlichen Länder zu tragen. Neben den Medien soll auch über NGOs Einfluss ausgeübt werden, so wie es andere Länder in der Ukraine und in Polen tun.

    Laut dem Vorsitzenden des Staatsduma-Ausschusses für Informationspolitik, Alexej Mitrofanow, soll vor allem die russische und sowjetische Kultur propagiert werden. Alle Russischsprachigen im Ausland sollen Zugang zu russischen TV-Sendern und Rundfunkstationen haben. Die Zahl der Sprachen bei RT  soll erweitert und eine Webseite mit russischen und sowjetischen Filmen und TV-Serien entstehen, die in andere Sprachen übersetzt werden. Zudem sei es wichtig, dass Rossiya Segodnya vom  TV-Mann Dmitri Kisseljow geleitet werde, der verstehe, dass moderne audiovisuelle Medien für eine erfolgreiche Propaganda notwendig seien, so Mitrofanow.

    Laut Kisseljow ist eine wichtige Aufgabe der neuen Nachrichtenagentur, „eine gerechte Einstellung zu Russland in der Welt wiederherzustellen“.

     

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