08:48 18 Juli 2018
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    Wirtschaftsflaute drückt Konsumlaune der Russen

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    Weltweite Finanzkrise (425)
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    Die schwierige Wirtschaftslage wirkt sich negativ auf die Stimmung der russischen Verbraucher aus, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    Die schwierige Wirtschaftslage wirkt sich negativ auf die Stimmung der russischen Verbraucher aus, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat lag die Inflationsrate im vergangenen Jahr bei 6,5 Prozent, während die Behörden fünf Prozent prognostiziert hatten. Zudem stiegen der Kapitalabfluss und die Arbeitslosenquote, das BIP-Wachstum ließ nach. Die Prognosen versprechen kaum Trost. Der Wirtschaftsabschwung hält an. Die Wachstumsprognosen sowohl des Finanz- als auch des Wirtschaftsministeriums liegen bei 1,4 Prozent. Internationale Organisationen erwarten ein Wachstum von einem Prozent bzw. ein Nullwachstum.

    Die pessimistischen Prognosen heben kaum die Konsumstimmung. Die zweite Krisenwelle 2014 wird langsam und nicht lawinenartig verlaufen und deshalb zäher sein.

    Studien zufolge hegen zunehmend weniger Russen die Hoffnung, dass sie von der Krise verschont werden. Laut EPSI Rating sank der Index des Wirtschaftsaufschwungs im 4. Quartal 2013 um fünf Prozent und der Index des Wohlstandswachstums um 18,2 Prozent und erreichte damit den Stand von Ende 2012. Immer mehr Russen verlieren ihren Glauben, dass sich ihre Lage verbessern wird.

    „In der Wirtschaft entstand eine Tendenz zur allmählichen Verlangsamung aller Prozesse – sowohl der positiven als auch der negativen“, sagte Nikolai Kondraschow von der Wirtschaftshochschule in Moskau. Die nachlassende Verbrauchernachfrage werde in diesem Jahr anhalten, so der Experte.

    Der Studie zufolge haben vor allem Frauen Zweifel an einer Verbesserung des Wohlstandes. Der Index der Konsumstimmung sank um 28 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal 2013. Dieser Wert ist vor allem auf die pessimistischen Arbeitsmarktprognosen zurückzuführen. Laut Prognosen sowohl des Finanz- als auch des Wirtschaftsministeriums wird die Arbeitslosenquote in diesem Jahr zwischen 5,8 und sechs Prozent liegen. Unabhängige Experten rechnen jedoch mit acht bis zehn Prozent.

    Der größte Preisanstieg wird bei den Lebensmitteln zu verzeichnen sein. Der Index der Verbraucherpreise stieg im Dezember  2013 durchschnittlich um 0,9 Prozent. Die Preise für Gurken und Weintrauben stiegen allein im Dezember um 10,9 und 8,9 Prozent. Im kommenden Jahr wird ein Preiswachstum von acht bis neun Prozent für Obst und Gemüse, sieben bis acht Prozent für Milch und zwei bis drei Prozent für Fleisch und Fisch erwartet.

    Darüber hinaus wird eine Erhöhung der Kommunaltarife (Strom, Wasser, etc.) die Verbraucher treffen. Die Wohnnebenkosten machen derzeit rund elf Prozent der monatlichen Ausgaben aus. Ab dem 1. Juli werden die Tarife um mindestens 4,3 Prozent steigen.

     

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