07:16 15 Dezember 2017
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    Russlands neuer Mobilisierungsplan stößt auf Kritik

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    Neue Waffen für russische Armee (669)
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    Russland konzipiert laut Vizepremier Dmitri Rogosin einen neuen Mobilisierungsplan zur Unterstützung des Militär- und Industriepotentials im Falle eines Militärkonfliktes, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Russland konzipiert laut Vizepremier Dmitri Rogosin einen neuen Mobilisierungsplan zur Unterstützung des Militär- und Industriepotentials im Falle eines Militärkonfliktes, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Im Unterschied zu früheren Programmen soll nunmehr auf eine prompte Aufstockung der Rüstungsproduktion durch den Ausbau der Produktionskapazitäten und den Einsatz neuer Waffen statt auf die Konservierung der Industriekapazitäten der Militärunternehmen gesetzt werden. Experten zufolge entspricht der neue Mobilisierungsplan nicht den Anforderungen von schnellen Militäreinsätzen in der heutigen Zeit. Der neue Plan könne zur Verschwendung von Haushaltsgeldern und  von Mitteln für die ohnehin angeschlagene Rüstungsindustrie führen.

    Der Hauptunterschied des neuen Mobilisierungsplans zu den früheren Programmen besteht darin, dass die Verpflichtungen der Rüstungsschmieden zur Sicherung der Mobilisierungskapazitäten mit dem neuen Programm gesenkt werden sollen. „Mit dem neuen Mobilisierungsplan wurden überflüssige Aufgaben bei mehr als 800 Unternehmen gestrichen, wodurch sich ihr wirtschaftlicher Zustand verbessert und stillgelegte Produktionsstätten wieder in Betrieb gehen können“, sagte Rogosin.

    Die von der „Nowyje Iswestija“ befragten Experten reagierten skeptisch auf den neuen Mobilisierungsplan und seinen Einfluss auf die Industrie. Heutzutage seien Mobilisierungskapazitäten in den russischen Rüstungsunternehmen nicht mehr gefragt.

    „Bei den heutigen Kriegen, deren aktive Phase nur zwei bis drei Wochen dauert und die Kampfhandlungen innerhalb weniger Monate zu Ende gehen, hat es keinen Sinn, große Mobilisierungskapazitäten zu haben. Es werden nur Waffen genutzt, die bereits zur Verfügung stehen. Die Produktion von Tausenden Panzern, Flugzeugen und anderer Waffen wie es während des Großen Vaterländischen Kriegs der Fall war, wird unmöglich sein, weil der Krieg schneller zu Ende geht als die Produktion vollendet wird“, sagte der Direktor des Zentrums zur Analyse des Weltwaffenhandels, Igor Korotschenko.

    „Die Frage, ob diese Kapazitäten in der zivilen Produktion genutzt werden können, bleibt offen. Es gibt Fragen hinsichtlich des Gewinnens von Investitionen. Der Rüstungs- und Industriekomplex ist gewöhnlich sehr abgeschottet“, sagte die Analystin des Internationalen Finanzzentrums, Anna Linjewskaja.

    „Der neue Mobilisierungsplan bedeutet, dass die russische Wirtschaft in Friedenszeiten noch mehr Geld für den Militär- und Industriekomplex ausgeben wird. Der Haushalt platzt zwar bereits aus allen Nähten, jedes Jahr werden für die Verteidigung fast drei Billionen Rubel, also fast 33 Prozent der gesamten Haushaltsausgaben bereitgestellt“, sagte Iwan Andrijewski, Vizepräsident des Russischen Verbandes der Ingenieure.

     

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