05:56 19 September 2018
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    Atomkriegsuhr: Fünf Minuten vor zwölf

    © Foto: United States Department of Energy
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    Die Welt ist im vergangenen Jahr nicht sicherer geworden, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Die Welt ist im vergangenen Jahr nicht sicherer geworden, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Laut dem „Bulletin of Atomic Scientists“ zeigt die so genannte Atomkriegsuhr wie vor einem Jahr fünf Minuten vor zwölf.

    Die Atomkriegsuhr wurde 1947 von mehreren US-Forschern, den Entwicklern der ersten Atombombe, gestartet. Die symbolische Uhr entstand nach der Katastrophe von Hiroshima, als das Ausmaß der Folgen klar wurde. Zu ihnen gehört das nukleare Wettrüsten, entfacht von ehrgeizigen Politikern und egoistischen Wissenschaftlern. Die Uhr sollte der Öffentlichkeit verdeutlichen, wie groß das Risiko eines Atomkriegs ist.

    Jedes Jahr bewerten Atomwissenschaftler die Gefahren durch Nuklearwaffen. Sie entscheiden darüber, ob die Uhr vor- oder zurückgestellt werden muss. Das Ergebnis wird im „Bulletin of Atomic Scientists“ veröffentlicht.

    In diesem Jahr richtet sich der Jahresbericht zur Atomsicherheit direkt an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und den UN-Sicherheitsrat. Die Wissenschaftler berichten zwar von einzelnen Schritten zur Verringerung der Atomgefahr, betonen jedoch, dass die USA und Russland weiterhin über große Atomarsenale verfügen. Zudem bauen Indien, Pakistan und China offenbar ihre Atomwaffenvorräte aus. Deshalb wurden die USA und Russland dazu aufgerufen, ihre Abrüstungsgespräche zu intensivieren und auf neue Raketenabwehrprogramme zu verzichten.

    Die Wissenschaftler sind zurückhaltend optimistisch gestimmt und haben deshalb die Uhr wie im vergangenen Jahr auf fünf Minuten vor zwölf gestellt.

     

    Am bedrohlichsten war das Jahr 1953, als der Zeiger auf zwei Minuten vor zwölf gestellt wurde. Damals testeten die USA und die Sowjetunion Wasserstoffbomben. Danach gab es fast keine Fortschritte, bis die ersten Verhandlungen über die Unterzeichnung der START-Verträge begannen. Erst 1991 wurde die Uhr um 17 Minuten zurückgestellt. Der Hauptgrund war der Mauerfall, der Fall des „Eisernen Vorhangs“ und die beginnende Atomabrüstung.

    Anschließend geriet die Abrüstung ins Stocken. 1995 zeigte die Uhr 23:46, 1998 — 23:53, 2007 – 23:55, 2010 – 23:56, 2012 – 23:55.

    Für dieses Jahr schlagen die Atomwissenschaftler Alarm. Sorgen bereiten die US-Bemühungen um den Bau von Überschall-Präzisionswaffen und Russlands Schritte in dieser Richtung. Einige Experten sind bereits der Ansicht, dass das aktuelle Abschreckungssystem weder ein globales Kräftegleichgewicht noch regionale Stabilität garantiert. In Regierungskreisen werden die Hochpräzisionswaffen nicht nur als wichtiger Abschreckungsfaktor angesehen, sondern auch als eine Alternative zu Atomwaffen.

     

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