19:17 16 Dezember 2018
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    Öl-Deal zwischen Russland und dem Iran rückt näher

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    Moskau und Teheran verhandeln über eine engere Wirtschaftskooperation, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Moskau und Teheran verhandeln über eine engere Wirtschaftskooperation, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Laut einer Quelle in der russischen Regierung haben sich die Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Hasan Rohani, darauf bei ihrem ersten Treffen im September 2013 am Rande des SOZ-Gipfels in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek geeinigt. Konkrete Details seien unter anderem während eines Teheran-Besuchs des russischen Außenministers Sergej Lawrow erörtert worden. Russland wolle iranisches Öl (bis zu 500 000 Barrel täglich)  importieren und im Gegenzug Waren und Maschinen exportieren, so die Quelle.

    In Washington zeigte man sich sehr besorgt über die russisch-iranische Annäherung. Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, warnte gestern, dass der Ölimport aus dem Iran den Vereinbarungen der Sechsergruppe und Teherans widersprechen würde. Nach seinen Worten hatten die Außenminister Lawrow und Kerry dieses Thema bei ihrem Treffen am vergangenen Montag besprochen.

    Der Quelle in  der russischen Regierung zufolge sind die Amerikaner darauf hingewiesen worden, dass „Russland iranisches Öl in beliebigen Mengen und Teheran seinerseits in Russland gefertigte Waren kaufen darf.“ „Russland verletzt dadurch keine Sanktionen (denn Moskau akzeptiert nur die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats und hält die einseitigen westlichen Sanktionen für illegitim) und muss solche Projekte mit niemandem abstimmen“, so die Quelle. „Früher hatten wir die Besorgnisse mancher Länder über unsere militärtechnische Kooperation mit dem Iran berücksichtigt (und auf die Lieferung von S-300-Raketen in den Iran verzichtet), doch das war eine ganz andere Geschichte, die die Amerikaner nichts angeht.“

    Nach Einschätzung von US-Experten könnte der Iran dank dieses Deals mit Russland seinen Ölexport um 50 Prozent aufstocken und bis zu 1,5 Milliarden Dollar monatlich einnehmen. Deshalb könnten die Iraner ihr Interesse an der Erfüllung der Ende 2013 in Genf getroffenen Vereinbarungen verlieren. Damals war vereinbart worden, dass Teheran ab den 1. Februar Zugang zu seinen eingefrorenen Bankkonten im Ausland erhält. Insgesamt handelt es sich um 4,2 Milliarden Dollar.

    Der russische Iran-Experte Radschab Safarow zeigte sich überzeugt, dass Moskau den Deal mit Teheran möglichst schnell abwickeln sollte, weil sonst westliche Unternehmen den iranischen Markt erobern könnten. „Falls der Iran seine Kontakte mit dem Westen und vor allem mit den USA wiederherstellt, dann würde es Moskau viel schwerer fallen, Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran zu unterhalten. Das ist aber bislang nicht geschehen, und die Konjunktur spricht für Russland: Der Iran braucht Geld, Waren und Technologien. Damit hat Russland die einzigartige Möglichkeit, seine politischen Vorteile auszunutzen und seine Wirtschaftskontakte mit Teheran zu stärken“, so der Iran-Kenner.

    Auch der Vorsitzende des Russisch-iranischen Geschäftsrats bei der russischen Industrie- und Handelskammer, Viktor Melnikow, sprach sich für den Deal mit Teheran aus. „Wenn Russland iranische Produkte und vor allem Öl importiert, bekommt Teheran Geld, um den russischen Export in den Iran zu bezahlen. Das wäre für beiden Seiten lukrativ“, so der Experte. Russland könne seinerseits den Iran mit Schwarzmetallen, Getreide, Pflanzenöl, Maschinen und High-Tech-Produkten beliefern, ergänzte er.

     

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