01:27 14 November 2018
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    USA wollen russischen Öl-Deal mit dem Iran verhindern

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    Atomstreit mit Iran (1447)
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    Washington setzt Moskau wegen dessen Wirtschaftskontakten mit Teheran unter Druck, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Washington setzt Moskau wegen dessen Wirtschaftskontakten mit Teheran unter Druck, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Laut russischen Regierungsquellen haben die Amerikaner sogar mit Wirtschaftssanktionen gegen russische Unternehmen und Finanzstrukturen gedroht, die sich an dem Geschäft mit den Iranern beteiligen würden.

    Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass Moskau über Öllieferungen aus dem Iran  (bis zu 500 000 Barrel täglich) verhandelt. Das Weiße Haus und der US-Sicherheitsrat reagierten darauf mit der Behauptung, dass ein möglicher Öl-Deal den Sanktionen gegen Teheran und vorläufigen Vereinbarungen bezüglich des iranischen Atomprogramms widersprechen würde.

    Moskau wies jedoch diese Vorwürfe zurück und betonte, dass es die US-Sanktionen gegen den Iran für rechtswidrig halte und die russisch-iranische Wirtschaftskooperation nicht das Atomprogramm berühre. „Eine Verletzung der Sanktionen oder der Genfer Vereinbarungen ist nicht der Fall, das ist doch absurd“, so eine Quelle in Moskau. Auf einen ähnlichen Deal zwischen dem Iran und Indien habe das Weiße Haus nicht reagiert. „Sind das etwa keine Doppelstandards?“, fragte die Quelle rhetorisch.

    Die indische Zeitung „Hindustan Times“ hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass Teheran und Neu-Delhi die Verhandlungen über den Bau einer Gaspipeline und die Beteiligung indischer Firmen an einem Förderprojekt auf dem iranischen Gasfeld Farzad B wiederaufgenommen haben. Bislang haben die Amerikaner auf diesen Bericht  nicht reagiert.

    US-Amerikanische Experten behaupten jedoch, dass Washingtons Schweigen „nichts bedeutet“. „Jedes Land, das gegen US-Gesetze verstößt, muss mit Sanktionen rechnen“, sagte der US-amerikanische Nahost-Experte Colin Kahl. „Sollte sich Russland für diesen Deal entscheiden, würde das den Druck auf den Iran lockern und zeigen, dass es Kontroversen in der Sechser-Gruppe gibt.“ In diesem Fall würden die Iraner das Interesse an der Erfüllung ihrer Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Atomprogramm verlieren. „Das wäre eine Katastrophe“, so Kahl. „Dann könnte das Weiße Haus den Kongress wohl von keinen neuen Sanktionen gegen den Iran abhalten. Zudem würde das die Chancen auf die Unterzeichnung eines langfristigen Nuklearabkommens mit dem Iran in den nächsten Monaten zunichte machen.“

    Der Präsident des russischen PIR-Zentrums für politische Studien, Wladimir Orlow, nannte zwei Gründe für die gereizte Reaktion der Amerikaner auf die Wirtschaftskontakte zwischen Moskau und Teheran. „Erstens spürt das Weiße Haus das sehr dünne Eis im Kongress: Russlands Aktivitäten im Iran vor der endgültigen Einigung über das iranische Atomprogramm, egal ob wirtschaftlich oder militärtechnisch, würden im Kongress zu einem Sturm der Entrüstung führen. Indien ist kein Reizfaktor für die amerikanische Legislative “, so der Experte. „Außerdem wollen die Amerikaner einfach nicht, dass Russland im Iran Fuß fasst.“

    Seit den vorläufigen Atom-Vereinbarungen im November haben zahlreiche Wirtschaftsdelegationen die Islamische Republik besucht, darunter aus Großbritannien, China, Italien, Österreich und Schweden. Anfang Februar werden dort Vertreter von französischen Unternehmen erwartet. Auch US-Unternehmen streben in den Iran. Laut Quellen haben Washington und Teheran unlängst eine gemeinsame Handels- bzw. Wirtschaftskammer gegründet.

     

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