08:14 16 Dezember 2019
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    US-Raketenabwehr: Russland droht mit Ausstieg aus Abrüstungsvertrag

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    Die USA haben mit dem Aufbau von Elementen ihres seegestützten Raketenabwehrsystems in Europa begonnen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Die USA haben mit dem Aufbau von Elementen ihres  seegestützten Raketenabwehrsystems in Europa begonnen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Laut Pentagon-Chef Chuck Hagel wurde ein Schiff mit Abwehrraketen in die spanische Hafenstadt Rota geschickt. Damit reagiere man auf die Gefahr von Raketenstarts im Iran, so Hagel. Der Sicherheits- und Abrüstungs-Beauftragte des russischen Außenministeriums, Michail Uljanow, verkündete, dass Russland aus dem START-Vertrag aussteigen könnte.

    Am vergangenen Wochenende wurden bei der 50. Münchner Sicherheitskonferenz die regionalen Konflikte in der Welt diskutiert. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel betonte, dass mit dem Aufbau von Aegis-Zerstörern in Europa begonnen worden sei. Im Laufe von zwei Jahren sollen drei weitere US-Kriegsschiffe mit Abwehrraketen hinzukommen. 

    Zudem bekräftigte Hagel erneut, dass die USA Abwehrraketen in Polen stationieren wollen.

    Hagel unterstrich bei der Konferenz den globalen Charakter der Gefahren für die USA und Europa. Als mögliche Bedrohungen gelten Extremisten im Nahen Osten und Nordafrika, die chinesische Außenpolitik, Cyber-Angriffe, demografische und wirtschaftliche Probleme, Armut und Hunger. Vor diesem Hintergrund äußerte er Kritik an Russland und China. „Während wir auf diese Probleme stoßen, modernisieren Länder wie China und Russland ihre Streitkräfte und Waffen und stellen Sicherheitspartnerschaften in der ganzen Welt auf die Probe“, sagte der US-Verteidigungsminister.

    Für den russischen Sicherheitsexperten Alexej Arbatow sind die Äußerungen des Pentagon-Chefs keine Überraschung. „Die USA haben bereits seit langem im Mittelmeer zwei mit Aegis-Systemen ausgestattete Zerstörer stationiert. Diese befanden sich an der türkischen Küste und begeben sich jetzt zur spanischen Küste“, sagte er.

    Seit 2002 haben die USA die Aegis-Systeme mehr als 30 Mal getestet, 25 Mal waren sie erfolgreich. Insgesamt fanden in den vergangenen zwölf Jahren mehr als 70 Raketenabwehr-Tests statt.

    Laut Pawel Solotarjow, Vizedirektor des USA- und Kanada-Instituts in Moskau, sind die mobilen Elemente des europäischen Raketenabwehrsystems effektiver als stationäre Elemente. Es sei viel vernünftiger, seegestützte statt bodengestützte Raketenabwehr-Elemente wie in Rumänien oder Polen aufzubauen. Eine andere Sache sei, dass dadurch die Tatsache in Frage gestellt werden könne, dass die USA das europäische  Raketenabwehrsystem als Antwort auf die iranische Gefahr aufbauen. Das Raketenabwehrprogramm sei sehr kostspielig. Um Wähler und Steuerzahler von dem teuren Vorhaben zu überzeugen, muss man triftige Gründe haben. Wenn es weder Iran noch Nordkorea als Gefahr geben würde, würde kein Geld für das europäische Raketenabwehrprogramm fließen, hieß es.

    Russland kritisierte, dass das US-Raketenabwehrprogramm trotz Fortschritten bei den Atomgesprächen mit dem Iran weiter ausgebaut wird. Moskau droht mit dem Ausstieg aus dem START-Vertrag. „Solange die USA ihre Sicherheit mit Methoden stärken, die die Sicherheit Russlands gefährden, kann man kaum über eine weitere nukleare Abrüstung sprechen“, sagte Uljanow.

     

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