12:27 20 November 2019
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    Militärausgaben: Russland und China rüsten kräftig auf

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    Die weltweiten Rüstungsausgaben werden in diesem Jahr erstmals seit 2009 wachsen und sich auf 1,547 Billionen Dollar belaufen, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Dienstag.

    Die weltweiten Rüstungsausgaben werden in diesem Jahr erstmals seit 2009 wachsen und sich auf 1,547 Billionen Dollar belaufen, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Dienstag.

    Das geht aus einem vor kurzem veröffentlichten Bericht des US-amerikanischen Wirtschaftsforschungsinstituts IHS hervor.

    Im Vergleich zu 2013 haben die Rüstungsausgaben um 0,6 Prozent zugelegt. Das wurde vor allem dank Russland und führenden asiatischen Ländern möglich. Europa und die USA kürzen hingegen ihre Rüstungsausgaben.

    „Trotz einer gewissen Besserung der Wirtschaftslage kürzen die meisten westlichen Länder ihre Militärausgaben, um den eigenen Haushalt auszugleichen und zudem die Staatsschulden zu reduzieren“, so IHS-Analyst Craig Caffrey. In diesem Zusammenhang wies er auch auf den für dieses Jahr geplanten Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan hin.

    Am meisten werden die Rüstungsausgaben in diesem Jahr in Russland zulegen: um 13 Prozent. Das hängt vor allem mit dem  umfassenden Umrüstungsprogramm bis 2020 zusammen, bei dem mehr als 700 Milliarden Dollar ausgegeben werden. „Laut dem vom Parlament gebilligten Plan werden Russlands Militärausgaben von 68 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf 98 Milliarden Dollar 2016 wachsen“, so der Experte. Ihr Anteil am gesamten Haushalt wird von 15,6 auf 20,6 Prozent klettern. Die Frage ist jedoch, ob Russland diese Ausgaben angesichts der zu erwartenden wirtschaftlichen Talfahrt von 2014 bis 2016 verkraften wird.

    „Die russische Armee braucht die totale Umrüstung“, meint der Direktor des Instituts für militärische und politische Analysen, Alexander Chramtschichin. Dieser Trend lasse sich „bereits seit mehreren Jahren beobachten. Ob die Rüstungsausgaben 2015 wachsen werden, hängt vom allgemeinen wirtschaftlichen Zustand ab.“

    Laut IHS bleibt Asien die einzige Region der Welt, in der seit 2009 ein ständiger Zuwachs der Militärausgaben zu verzeichnen ist. Alleiniger Spitzenreiter ist weiterhin China, dessen Rüstungsausgaben 2015 voraussichtlich größer als die  Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands zusammen sein werden (159,6 gegenüber 149 Milliarden Dollar). „Angesichts seines allgemeinen Wirtschaftswachstums sinkt allerdings der Anteil der Militärausgaben Pekings: 1,46 Prozent im vorigen Jahr gegenüber 1,63 Prozent 2009“, betonte Caffrey.

    Chinas Aufrüstung ruft Besorgnisse bei seinen Nachbarländern hervor, die sich gezwungen sehen, ebenfalls mehr Geld für Waffen auszugeben. „Die Region ist allgemein nicht gerade ruhig“, so Chramtschichin. „China hat Kontroversen mit nahezu allen Nachbarländern. Spannungen gibt es zwischen Pakistan und Indien sowie zwischen Indien und China. Auch der Korea-Konflikt darf nicht außer Acht gelassen werden.“

    Besonders aktiv rüsten aber die Nahost-Länder auf. „2013 entfallen vier der fünf am intensivsten wachsenden Waffenmärkte ausgerechnet auf diese Region. So hat Oman seine Rüstungsausgaben seit 2011 um 115 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar aufgestockt. In Saudi-Arabien ist der Militärhaushalt allein im vorigen Jahr um 19 Prozent gewachsen“, sagte die Analystin von IHS Jane’s Aerospace, Defense & Security, Fenella McGerty.

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