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    USA führen geheimen Krieg gegen Islamisten in Libyen

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    Die USA setzen ihren geheimen Anti-Terror-Kampf in Afrika fort, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Die USA setzen ihren geheimen Anti-Terror-Kampf in Afrika fort, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Wie die französische Zeitung „Le Figaro“ unter Berufung auf Militärquellen in Paris berichtete, führen als Beduinen verkleidete US-Spezialkommandos „Anti-Terror-Operationen“ im Süden Libyens durch.

    Die Behörden in Tripolis seien nicht in der Lage, die Situation im Land zu kontrollieren. Sie haben den Westen abermals um Unterstützung gebeten. Seit Herbst 2013 befassen sich die USA, Großbritannien, Italien und die Türkei mit der Ausbildung von libyschen Soldaten. Tripolis habe vier Millionen Dollar zu diesem Zweck bereitgestellt. Innerhalb von zwei Jahren sollten etwa 15 000 libysche Soldaten und Offiziere von westlichen Ausbildern geschult werden. Beim Wiederaufbau der libyschen Streitkräfte helfen nicht nur westliche Experten, sondern auch ihre Kollegen aus den Nachbarländern.

    US-Geheimdienstdirektor James Clapper räumte unlängst im Senat ein, dass Nordafrika nach dem französischen Militäreinsatz in Mali 2013 zu einer neuen „Brutstätte“ für islamische Radikalen geworden sei. Die aus Mali verjagten Al-Qaida-Terroristen seien in das benachbarte Algerien und in den Südwesten Libyens gezogen. 

    Häufig sind es gerade die Radikalen, die hinter den militarisierten Gruppierungen, die nach dem Sturz Muammar al-Gaddafis im Herbst 2011 in Libyens neue Machtstrukturen geraten waren, stehen. Gruppierungen dieser Art gibt es Dutzende. Sie werden nicht von der Regierung kontrolliert. Das beweisen zahlreiche Zwischenfälle wie die Entführung des Premiers Ali Seidan durch den „Operativstab der libyschen Revolutionäre“ im Oktober 2013 oder ein Massaker in Tripolis im November 2013, für das eine Gruppierung aus Misrata die Verantwortung übernommen hatte. Gemäßigte Kräfte wie die Brigaden von Sintan versuchen, den Extremisten Widerstand zu leisten.

    Der französische Generalstabschef Edouard Guillaud verwies darauf, dass der Südwesten Libyens nicht das einzige Zentrum der Islamisten sei. Er vermutet zudem, dass die Anti-Terror-Operation durch die Hinzunahme Frankreichs und anderer Nato-Länder ausgeweitet werden könnte. „Idealerweise sollte ein internationaler Einsatz im Süden Libyens mit der Zustimmung der Behörden beginnen, aber welcher Behörden?“ fragte er rhetorisch. „Für den Anfang müsste ein stabiler Staat im Norden entstehen.“

    Eine diplomatische Quelle in Paris zweifelt „Le Figaro“ zufolge allerdings daran, dass die Franzosen die Führungsrolle im neuen Libyen-Einsatz spielen könnten, weil sie ohnehin in drei Konflikte verwickelt sind: in Mali, in der Zentralafrikanischen Republik und in Afghanistan.

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