19:04 20 November 2019
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    Zerwürfnis mit Karsai: Obama bereitet Komplettabzug aus Afghanistan vor

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    US-Präsident Barack Obama hat den vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan bis Jahresende angeordnet, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    US-Präsident Barack Obama hat den vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan bis Jahresende angeordnet, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Obama hat seine Entscheidung dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in einem Telefongespräch mitgeteilt. Washington rechnet nicht mehr mit der Unterzeichnung eines Sicherheitsabkommens mit dem afghanischen Staatschef.

    Das Telefonat könnte der letzte persönliche Kontakt zwischen Obama und Karsai gewesen sein. Der afghanische Präsident hatte in einem Interview mit dem britischen „Telegraph“ geäußert, mit Obama seit sieben Monaten nicht mehr gesprochen zu haben. Der Grund seien Kontroversen um das von den USA initiierte Sicherheitsabkommen. Der größte Streitpunkt war die Forderung Afghanistans, Luftangriffe und Militäreinsätze in dicht besiedelten Wohngegenden zu verbieten.

    Afghanistan beschwerte sich bei den USA über die vielen Zivilisten unter den Todesopfern.

    Der afghanische Präsident ist unzufrieden damit, wie die US-Hilfe in seinem Land genutzt wird. „Sie führten einen systematischen Psycho-Krieg gegen unser Volk, förderten den Geldabfluss aus dem Land und schufen ‚reiche Inseln‘ mitten in notleidenden Gegenden“, sagte Karsai. „Ich habe keine Angst vor der Wut des Westens und einer möglichen Einstellung der Hilfe“, so der afghanische Präsident. „Mir ist es lieber, in Armut als in Unsicherheit zu leben“, ergänzte er.

    Obama griff wohl zum Hörer, um mit Karsai über dessen Beschwerden und Forderungen zu sprechen. Der US-Präsident teilte ihm mit, den Komplettabzug aus Afghanistan bis zum Jahresende vorzubereiten. Obama traf diese Entscheidung, weil Karsai das Abkommen nicht unterzeichnen will. Dennoch halten die USA die Tür für einen Nachfolger Karsais weiter offen und schließen nicht aus, dass Kräfte zur Ausbildung von afghanischen Soldaten und für Anti-Terror-Einsätze am Hindukusch bleiben. Doch je weiter die Afghanen  die Unterzeichnung dieses Abkommens verzögern, desto kleiner werden diese Truppen.

    Die „New York Times“ spricht von einem Zerwürfnis zwischen Obama und Karsai, das nicht mehr zu kitten ist.

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