02:18 24 Februar 2017
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    Maidan-Killer wurden von Janukowitsch-Gegnern bezahlt

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    Regelung der Krise in der Ukraine (2432)
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    Im Internet ist eine Tonbandaufnahme aufgetaucht, die den gewaltsamen Machtwechsel in Kiew in ein neues Licht rückt, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Im Internet ist eine Tonbandaufnahme aufgetaucht, die den gewaltsamen Machtwechsel in Kiew in ein neues Licht rückt, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der estnische Außenminister Urmas Paet sprachen per Telefon über die Verbindung zwischen den Scharfschützen auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz (Maidan) und den Oppositionskämpfern. Ein Mitschnitt des Telefongesprächs wurde gestern ins Internet gestellt.

    Paet betonte, dass der Inhalt des Gesprächs die „Koalition der Oppositionellen“ in Bedrängnis bringen werde.

    Dabei sind mehrere Details bemerkenswert. Erstens stammt dieses überraschende Eingeständnis vom Außenminister eines EU-Landes, das alles andere als Sympathie für Russland empfindet. Zweitens sprach der estnische Chefdiplomat ausführlich über die Vergehen der Gegner des entmachteten Präsidenten Viktor Janukowitsch und ließ keinen Zweifel daran, dass sowohl auf die Protestierer als auch auf die Berkut-Sondereinheiten ein und dieselben Heckenschützen geschossen hatten, von denen Vertreter der gestürzten Janukowitsch-Regierung und unabhängige Experten immer wieder sprachen. Interessant ist zudem Paets Schlussfolgerung: Indem er sagt, dass die neue Regierung in Kiew keine Ermittlungen zu dem Vorfall plant, stellt er fest, dass hinter den Maidan-Scharfschützen nicht Janukowitsch steht, sondern Personen aus der an die Macht gekommenen liberalen und nationalistischen Koalition.

    Der Regierungskoalition in Kiew gehören sowohl gemäßigte Politiker wie Vitali Klitschko oder Arsseni Jazenjuk, aber auch kriegstreibende „graue Eminenzen“ wie Dmitri Jarosch an. Es wäre schwierig, herauszufinden, wer die Killer auf dem Maidan beauftragt hat. Das ist aber auch nicht so wichtig wie die Tatsache, dass an dem Machtsturz in Kiew eine „dritte Kraft“ beteiligt war.

    Damit wird Klarheit in den Machtsturz des legitimen, wenn auch von vielen abgelehnten Präsidenten Janukowitsch gebracht. Das von ausländischen und nationalistischen „Strippenziehern“ entwickelte Szenario des Machtsturzes wurde nicht von friedlichen Bürgern, sondern von gut ausgebildeten Kämpfern mit Unterstützung von Profikillern umgesetzt. Den Berkut-Einsatzkräften wurde in die Achseln geschossen, die von der Panzerweste nicht geschützt werden. Viele der 77 getöteten Zivilisten waren keine Kämpfer des radikalen „Rechten Sektors“, sondern friedliche Menschen, die aus Neugier zum Unabhängigkeitsplatz gekommen waren.

     

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