19:31 29 April 2017
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    Russland: Orthodoxe Kirche erfährt regen Zulauf

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    Die Russen verlieren allmählich den Respekt vor den Regierenden, glauben aber zunehmend an Gott, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Die Russen verlieren allmählich den Respekt vor den Regierenden, glauben aber zunehmend an Gott, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Die Zeitung bezieht sich auf eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum. Demnach sind die meisten Russen pessimistisch in Bezug auf die Entwicklung der russischen Gesellschaft. 61 Prozent der Befragten respektieren die Regierung nicht mehr. 70 Prozent glauben nicht mehr an die Ehe. 71 Prozent vertraten die Ansicht, dass die Russen sich gegenseitig weniger als früher respektieren. 55 Prozent glauben, dass die Russen nicht mehr so verantwortungsvoll sind. 62 Prozent verwiesen auf den Verfall der Moral. Auffallend ist, dass 60 Prozent den Anstieg der Gläubigkeit hervorgehoben haben.

    Der Direktor des Lewada-Zentrums, Lew Gudkow, äußerte zum letzten Aspekt: „Laut unserer ersten Umfrage, die zur Sowjetzeit stattfand, waren nur 16 bis 19 Prozent der Befragten gläubig. Jetzt liegt ihr Anteil bei 77 Prozent.“ Zugleich verwies er aber darauf, dass nur vier bis sieben Prozent der Russen religiöse Rituale beachten. „Dabei zweifeln 40 Prozent der Menschen, die sich als orthodox bezeichnen, an der Existenz Gottes und des Jüngsten Gerichts“, ergänzte der Experte.

    Der Anstieg der Religiosität und der gleichzeitige Verfall der Moral widersprechen sich nach seiner Auffassung nicht. „Die Besorgnis über den moralischen Verfall, über die grassierende Korruption und Gesetzlosigkeit und über die fehlende Solidarität sind mit der großen Gläubigkeit durchaus kompatibel“, so Gudkow. „Außerdem ist die Hinwendung zur Religion ein Zeichen für das eigene Unvermögen. Die Menschen vertrauen der Kirche und glauben, dass sie ihre Probleme löst, die der Staat nicht lösen kann.“

     

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