20:22 20 November 2019
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    Russland vor Raketendeal mit China

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    Russland hat sich offenbar dazu entschlossen, seine neu entwickelten S-400-Raketen an China zu verkaufen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Russland hat sich offenbar dazu entschlossen,  seine neu entwickelten S-400-Raketen an China zu verkaufen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Wie es aus dem Kreml heißt, hat Präsident Wladimir Putin grundsätzlich dem Verkauf der Luftabwehrsysteme an China zugestimmt. Die Entscheidung sei Anfang dieses Jahres getroffen worden und habe „mit den aktuellen Kontroversen mit den USA und den europäischen Ländern wegen des Krim-Beitritts zu Russland nichts zu tun.“

    Bereits 2011 hatte Peking erstmals Interesse für die Raketen des Typs S-400 Triumph gezeigt. Der Vizechef der Behörde für militärtechnische Kooperation, Alexander Fomin, hatte 2012 davon gesprochen, dass China die Raketen bereits 2015 erhalten wolle. Ein Jahr später sagte der zweite Vizechef der Behörde, Wjatscheslaw Dsirkaln, China könnte der erste ausländische Abnehmer dieser Abwehrwaffen werden. Der Generaldirektor des russischen Waffenexportunternehmens Rosoboronexport, Anatoli Issajkin, zeigte sich im Januar in einem "Kommersant"-Interview eher zurückhaltend: „Vor zwei Jahren standen wir mit mehreren Ländern über den Verkauf von S-400-Raketen in Verhandlungen, mussten sie aber unterbrechen.“ Ihm zufolge sind S-400-Lieferungen ins Ausland frühestens 2016 möglich.

    Laut Quellen handelte es sich damals um den Verkauf einer S-400-Division (acht Startanlagen). Der Generalstab und der Inlandsgeheimdienst FSB legten jedoch ihr Veto ein, weil zunächst die russische Armee mit diesen Waffen versorgt werden müsste. Außerdem bestand die Befürchtung, dass die Chinesen die S-400-Raketen nachbauen könnten.

    Jetzt sind diese Probleme jedoch gelöst: Die russischen Streitkräfte haben die ersten S-400-Komplexe bereits erhalten (bis 2020 soll ihre Zahl 28 erreichen). Zudem haben Moskau und Peking mittlerweile ein Copy-Right-Abkommen im Waffenhandel geschlossen.

    Laut Quellen wird der Verkauf von zwei bis vier Triumph-Divisionen an Peking erörtert. Laut einem Vertrag von 2007 hatten die Chinesen bereits 15 Divisionen von Raketen des Typs S-300PMU2 und vier Steuerungssysteme SU83M6E2 erhalten, die für den Luftraumschutz von Großstädten wie Peking und Shanghai in Dienst gestellt wurden. Mit Hilfe der S-400-Raketen könnte die Volksrepublik nicht nur ihren eigenen Luftraum kontrollieren, sondern auch den Taiwans und den der japanischen Senkaku-Inseln, die Peking als chinesisches Territorium betrachtet.

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