19:37 14 November 2019
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    Atomwaffen-Entsorgung: USA kündigen Abkommen mit Russland

    Atomwaffen-Entsorgung: USA kündigen Abkommen mit Russland

    © AP Photo / Juan Carlos Llorca
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    Die USA wollen angesichts der Ukraine-Krise die Zusammenarbeit mit Russland bei der Atomwaffen-Entsorgung einstellen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Dienstag unter Berufung auf die Sprecherin der US-amerikanischen National Nuclear Security Administration, Anne Harrington.

    Die USA wollen angesichts der Ukraine-Krise die Zusammenarbeit mit Russland bei der Atomwaffen-Entsorgung einstellen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Dienstag unter Berufung auf die Sprecherin der US-amerikanischen National Nuclear Security Administration, Anne Harrington.

    In dem 1991 beschlossenen Nunn-Lugar-Programm verpflichtete sich Washington, den ehemaligen Sowjetrepubliken bei der Entsorgung der ausgemusterten nuklearen und chemischen Waffen bzw. deren Trägermittel zu helfen. Nach "Kommersant"-Angaben wurden dafür bis heute insgesamt 8,79 Milliarden Dollar ausgegeben.

    2012 hatte das russische Außenministerium erklärt, dass Washingtons Vorschlag zur Verlängerung des Programms nicht mehr den Vorstellungen Moskaus auf diesem Gebiet entspreche. Die USA zeigten sich zu diesbezüglichen Gesprächen bereit.

    Letztendlich wurde das Kooperationsprogramm umgestaltet. Im Juni 2013 schlossen beide Länder ein provisorisches Rahmenabkommen zu dieser Frage. Demnach haben Russland und die USA weniger gemeinsame Projekte, US-Inspekteuren wurde der Zugang zu russischen Atomanlagen eingeschränkt. Dennoch setzten die Seiten ihre Kooperation in Bereichen wie der Schutz von Kernmaterial, dessen Entsorgung und Zollkontrolle fort. Auch beim Abbau von atomwaffenfähigem Uran und bei der sicheren Lagerung von Atom-U-Booten wurde weiterhin zusammengearbeitet.

    „Wir haben sämtliche Arbeiten zum Schutz der Nuklearanlagen in Russland eingestellt. In diesen Objekten sind derzeit 40 bis 70 Prozent der notwendigen Ausrüstung installiert,  aber der Abschluss dieser Arbeiten muss nun verschoben werden“, sagte Harrington.

    Laut "Kommersant" werden alle Projekte auf diesem Gebiet eingefroren. Die entsprechenden Ausgaben seien bereits aus dem US-Haushaltsplan für 2015 gestrichen worden. Die USA kürzten die Ausgaben für das Internationale Programm zum Kernmaterialschutz und Kooperation (International Material Protection and Cooperation program) um 27 Prozent. Mit diesen Mitteln sollten der transport von atomwaffenfähigem Uran und Plutonium in ein einheitliches Lager beendet und Schutzanlagen in den Nuklearbetrieben in Osjorsk und Arsamas-16 aufgestellt werden.

    Das russische Außenamt hatte zuvor darauf verwiesen, dass Sanktionen für beide Seiten negative Folgen mit sich bringen und den USA selbst schaden würden, und dass ein derartiger Umgang mit Russland „unangebracht und kontraproduktiv“ sei. Zugleich warnte Moskau, dass es auf jeden Affront entsprechend reagieren würde.

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