06:17 18 Dezember 2017
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    Ukraine: Oligarchen legen sich Privatarmeen zu

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    Regelung der Krise in der Ukraine (2437)
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    In der Ukraine wächst die Zahl der bewaffneten Formationen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    In der Ukraine wächst die Zahl der bewaffneten Formationen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Nach der Bildung der Nationalgarde im März wurde eine neue Spezialeinheit des Innenministeriums geschaffen, die für Ordnung im Land sorgen soll. Die Vaterlandspartei (Batkiwschtschina) um die Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko rief eine Widerstandsbewegung ins Leben, der ehemalige Militärs, darunter Veteranen von Spezialeinheiten, angehören. Der Gouverneur des Gebietes Dnepropetrowsk, der Großunternehmer Igor Kolomoiski, will ebenfalls eine eigene Spezialeinheit bilden.

    Der kommissarische Innenminister Arsen Awakow begrüßt solche Initiativen. Ihm zufolge ist seine Behörde bereit, die neuen bewaffneten Formationen mit Waffen und Uniformen zu versorgen. Das Kommando über diese Abteilungen sollen Berufsoffiziere übernehmen.

    Zuvor hatten die Behörden in Kiew eine teilweise Mobilmachung ausgerufen und 44 000 Reservisten eingezogen.

    Damit entfallen in der Ukraine schätzungsweise 1000 Soldaten bzw. Polizeibeamte auf 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: Laut UN-Empfehlungen sollte diese Zahl bei 222 liegen. In den führenden Industrieländern sind es im Durschnitt ungefähr 300.

    Die neuen bewaffneten Formationen sind in der Ukraine nicht den zentralen, sondern hauptsächlich den regionalen Behörden unterstellt. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens hat Kiew kein Geld, um diese Einheiten zu unterhalten. Zweitens wollen die Oligarchen, die die Ukraine vermutlich bereits untereinander aufgeteilt haben, ihre eigenen „Armeen“ haben.

    Dabei sollte man bedenken, dass auch viele kriminelle bzw. halbkriminelle Gruppierungen in der Ukraine Waffen besitzen. Die Kämpfer des rechtsradikalen „Rechten Sektors“ hatten sich noch vor dem Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch mächtig aufgerüstet, als sie mehrere Waffenlager plünderten. In den vergangenen Wochen ist es in den östlichen Gebieten Donezk und Lugansk zu ähnlichen Vorgängen gekommen. Laut Medienberichten verfügen die Anhänger der Föderalisierung inzwischen über Panzertechnik und Artilleriesysteme, die sie den Regierungstruppen in der Ostukraine abgenommen haben.

    Die bewaffneten Gruppierungen zur Regelung der politischen Krise erhöhen allerdings das Risiko eines Bürgerkriegs in der Ukraine.

     

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