09:06 16 Dezember 2019
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    Japan befürchtet Zuspitzung im Inselstreit mit China

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    Gebietsstreit zwischen China und Japan (69)
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    Die japanische Armee errichtet erstmals seit 40 Jahren einen weiteren Stützpunkt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Die japanische Armee errichtet erstmals seit 40 Jahren einen weiteren Stützpunkt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Auf der Insel Yonaguni, 150 Kilometer von den umstrittenen Senkaku-/Diaoyu-Inseln entfernt, soll eine Radarstation entstehen. Damit will sich Japan gegen einen möglichen Angriff Chinas rüsten. Die japanische Regierung befürchtet, dass China dem Beispiel Russlands folgen könnte. US-Präsident Barack Obama will bei seinem bevorstehenden Japan-Besuch demonstrieren, dass ein neuer Status quo in der Region nicht zugelassen wird.

    Nur wenige Polizisten sorgten bislang für Ordnung auf der an der Westküste gelegenen Insel Yonaguni mit ihren 1500 Einwohnern. Doch in zwei Jahren soll hier eine Radarstation stehen, die von 100 Soldaten bewacht wird.

    Mit der neuen Radarstation will Japan den Luft- und Schiffsverkehr im Südchinesischen Meer und um die Senkaku-Inseln besser kontrollieren.

    Während im Kalten Krieg Russland als Hauptfeind galt, steht jetzt China im Mittelpunkt, das seine Streitkräfte rasant aufrüstet und die Inseln beansprucht, die Japan als eigenes Staatsgebiet betrachtet, berichtet die „Financial Times“.

    Yonaguni gehört zur Präfektur Okinawa, in der viele US-Einheiten auf den Inseln stationiert sind. Damit werden die USA in den japanisch-chinesischen Gebietsstreit hineingezogen. Japan will seinen Verbündeten noch stärker einbeziehen. Ein guter Vorwand dafür ist die Krim-Angliederung an Russland. Wie die „Japan Times“ berichtete, sieht Tokio Parallelen zwischen  Russlands Vorgehen in der Ukraine und dem Wunsch Chinas, den Status quo auf den Senkaku-Inseln zu ändern.

    Tokio und Washington wollen diese Woche deutlich machen, dass sie keine Versuche dulden werden, den Status quo durch Gewalt bzw. Einschüchterung zu ändern. Das Ziel einer gemeinsamen Erklärung sei, China und Russland Einhalt zu gebieten, so die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

    US-Präsident Barack Obama und Japans Premier Shinzo Abe würden sich entschlossen gegen das Eindringen von chinesischen Patrouillenbooten in die Gewässer um die umstrittenen Inseln aussprechen. Zudem soll den ASEAN-Mitgliedsstaaten Hilfe bei der Verstärkung des Küstenschutzes versprochen werden.

    Laut dem Experten Geoff Dyer von IHS Global Insight wissen Obama und Abe, dass sich die Situation auf der Krim deutlich von der in Ostasien unterscheidet. Russland hatte dank seinem Militärstützpunkt in Sewastopol eigene Streitkräfte auf der Krim. Zudem sei Russlands Präsident von der Bevölkerung unterstützt worden und Kiew politisch instabil gewesen, so der Experte.

     

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