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    Russland erwägt Reiseverbot für Silowiki

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    Sanktionen gegen Russland (857)
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    Den Beamten der „bewaffneten Strukturen“ (Silowiki) in Russland könnten Auslandsreisen untersagt werden, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Den Beamten der „bewaffneten Strukturen“ (Silowiki) in Russland könnten Auslandsreisen untersagt werden, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    An einem entsprechenden Dokument arbeitet derzeit der russische Sicherheitsrat.

    Das Verbot lässt sich auf die jüngsten Spannungen in den russisch-ukrainischen Beziehungen zurückführen. Laut inoffiziellen Informationen werden für die Beamten insgesamt nahezu 200 Länder der Welt „geschlossen“ bleiben, darunter die USA, Großbritannien, die Nato-Länder, die meisten EU-Länder sowie die bei den Russen beliebten Reiseziele Türkei, Indien und Ägypten.

    Vertreter der bewaffneten Strukturen gaben bislang keine offiziellen Kommentare zu diesen Informationen ab, aber Quellen im Innenministerium und in der Drogenkontrollbehörde bestätigten, dass entsprechende Erlasse vorbereitet werden.

    Diese Initiative sorgte für große Empörung bei den Beamten der „bewaffneten Strukturen“. Wie es in einigen Internetforen heißt, werden die Reisepässe vieler Mitarbeiter des Innenministeriums bei ihren Vorgesetzten in Tresoren aufbewahrt. Bisher mussten sie „jedes Mal einen Haufen von Papieren sammeln“, um sie ausgehändigt zu bekommen. Falls Polizisten die Ausreise aus Russland tatsächlich verboten wird, dann werden sie ihre Reisepässe erst gar nicht benötigen. Das Verbot würde allerdings den Dienstvorschriften und den russischen Gesetzen widersprechen.

    Theoretisch dürften die Beamten jetzt nur nach China und Vietnam reisen, sagte der Ko-Vorsitzende der „Allianz der Grünen und Sozialdemokraten“, Gennadi Gudkow, der früher Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB gewesen war. Nach seinen Worten sind die Beamten der „bewaffneten Strukturen“ sehr erzürnt. „Die Menschen müssen jetzt über die Welt anhand der von Kisseljow (Dmitri Kisseljow, Moderator des staatlichen TV-Senders Rossija und Generaldirektor der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya) geleiteten Medien urteilen.“ Ihm zufolge wurde Russland zu einer Selbstisolation gezwungen: „Die russischen Behörden haben die meisten westlichen Länder gegen sich aufgebracht, deren Geheimdienste hier tatsächlich aktiv sein können.“ Faktisch haben aber nur sehr wenige Beamte  Zugang zu vertraulichen Informationen, obwohl Tausende einfache Mitarbeiter der Polizei und des Verteidigungsministeriums der offiziellen Schweigepflicht unterliegen.  In den bewaffneten Strukturen Russlands sind insgesamt nahezu vier Millionen Menschen beschäftigt.

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