14:36 15 November 2019
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    Anti-Terror-Kampf: Russland und Ägypten wollen enger kooperieren

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    Moskau und Kairo planen für 2015 eine gemeinsame Anti-Terror-Übung, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Mittwoch unter Berufung auf den Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Jewgeni Meschkow.

    Moskau und Kairo planen für 2015 eine gemeinsame Anti-Terror-Übung, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Mittwoch unter Berufung auf den Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Jewgeni Meschkow.

    Eine entsprechende Vereinbarung wurde nach seinen Worten im Laufe des jüngsten Kairo-Besuchs einer Delegation der russischen Luftlandetruppen getroffen.

    „Als Ägyptens Verteidigungsminister und der Favorit der für Ende Mai angesetzten Präsidentschaftswahl, Abd al-Fattah as-Sisi, Ende 2013 Moskau besuchte, wurden unter anderem verschiedene Aspekte der gegenseitigen Militärkooperation besprochen“, sagte der Militärexperte Dmitri Litowkin. „Jetzt werden diese Vereinbarungen in die Tat umgesetzt.“ Er führte an, dass im Februar ein Vertrag über Rüstungslieferungen nach Ägypten unterzeichnet worden sei. Dabei gehe es unter anderem um MiG-29-Kampfjets, Flugabwehrraketensysteme, Mi-35-Hubschrauber, bodengestützte Anti-Schiffs-Raketensysteme und Munition.

    Russland plant neben dem Manöver allerdings auch eine langfristigere Kooperation. „Moskau intensiviert die allumfassende Zusammenarbeit mit Ägypten im militärtechnischen Bereich und will das Niveau der 1950er- und 1960er-Jahre erreichen“, so Nahost-Experte Sergej Seregitschew. Nach seinen Worten zeugt die vereinbarte Anti-Terror-Übung von der Bereitschaft Moskaus zum weiteren Zusammenwirken mit dem ägyptischen Verteidigungsminister und Präsidentschaftskandidaten as-Sisi.

    Außerdem hatten die Seiten während des Ägypten-Besuches des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu im Herbst 2013 beschlossen, dass ägyptische Soldaten an russischen Militärakademien ausgebildet werden.

    „Für Russland ist es prinzipiell wichtig, die Situation in Ägypten zu stabilisieren und dort Fuß zu fassen“, so der Experte Seregitschew. „Moskau bemüht sich um die Förderung der gegenseitigen Kontakte zwischen den Geheimdiensten. Das ist auch für Russland sehr wichtig, denn früher hatten wir die Ägypter häufig um Hilfe beim Widerstand gegen radikale Studenten aus dem Nordkaukasus gebeten, die an islamischen Universitäten in Ägypten studiert hatten.“

    Ob und inwieweit sich dieses Zusammenwirken erfolgreich gestaltet, bleibt fraglich. Denn Moskau hatte Kairo schon mehrmals  darauf aufmerksam gemacht, dass an ägyptischen Religionsschulen Islamisten ausgebildet werden. Diese Hinweise wurden allerdings von den Ägyptern ignoriert.

    Um dies zu verändern, zeige sich Moskau bereit, Kairo im militärtechnischen Bereich zu unterstützen, ergänzte der Experte.

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