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    Seemanöver: Russland und China nähern sich militärpolitisch an

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    Russlands Präsident Wladimir Putin wird heute mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping ein gemeinsames Marinemanöver eröffnen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Dienstag.

    Russlands Präsident Wladimir Putin wird heute mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping ein gemeinsames Marinemanöver eröffnen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Dienstag.

    Die aktive Phase dieser Übung ist vom 22. bis 25. Mai im Ostchinesischen Meer geplant.

    Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua werden an dem Manöver 14 Überwasserschiffe, zwei U-Boote, neun Kampfjets, sechs Hubschrauber sowie zwei Spezialeinheiten der Marineinfanterie teilnehmen. Die russischen Kriegsschiffe mit dem Raketenkreuzer „Warjag“ an der Spitze waren am vergangenen Sonntag in Shanghai eingetroffen.

    Das ist die dritte russisch-chinesische Marineübung. Das vorangegangene Seemanöver hatten Moskau und Peking im Juli 2013 im Japanischen Meer durchgeführt. Das Besondere am jetzigen Manöver ist nach Angaben aus dem russischen Verteidigungsministerium, dass erstmals gemischte Einheiten gebildet werden. „Früher nahm jede Seite daran separat und mit eigenen Kräften teil, wobei sie eine große gemeinsame Aufgabe mit dem Partner hatte. Jetzt werden die Schiffe beider Länder „Schulter an Schulter“ in gemeinsamen Einheiten eingesetzt“, hieß es.

    Den russischen Marinesoldaten werde die Übung einerseits leicht, andererseits aber auch schwer fallen, vermutete der frühere Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, Anatoli Dergilew. „Denn Russland hat ziemlich viele Schiffe für China gebaut, wobei viele Systeme und Waffen auf den chinesischen Schiffen im Grunde Kopien russischer Systeme sind. Das macht die Aufgabe für unsere Marinesoldaten leichter. Ein großes Problem bleibt aber die Sprache“, so der Oberst a.D.

    „Diese Übung ist ein Beweis für die sehr ernsthafte militärische Annäherung Russlands und Chinas“, sagte der Direktor des Zentrums für gesellschaftspolitische Forschungen, Wladimir Jewssejew. Nach seiner Auffassung weiten Moskau und Peking ihre strategische Partnerschaft in ein echtes Bündnis aus.

    Dieses Zusammenwirken sei auch im Zusammenhang mit den Gebietsstreitigkeiten Chinas mit Japan und Vietnam wichtig, so der Experte weiter. „Dieses umfassende Marinemanöver bedeutet eine Art „schweigende Unterstützung“ für Chinas Dominanz in der Region. Dabei geht Russland gewisse Risiken ein, denn Vietnam ist beispielsweise unser „Stammkunde“, wenn es um unsere militärtechnischen Produkte geht“, warnte Jewssejew zugleich. „Da aber Russland derzeit dringend Unterstützung angesichts der Ukraine-Krise braucht, geht es dieses Risiko ein.“

     

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