06:20 06 Dezember 2019
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    Chinesen investieren Hunderte Millionen Euro in russische Staatspapiere

    Russland und China: Gasdeal mit Fragezeichen

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    Russland baut Gaspipeline nach China (23)
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    Russland und China wollen bei ihrem heute beginnenden Gipfeltreffen in Shanghai zahlreiche Abkommen unterzeichnen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    Russland und China wollen bei ihrem heute beginnenden Gipfeltreffen in Shanghai zahlreiche Abkommen unterzeichnen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    Besonders wichtig ist ein Abkommen zwischen den Energiekonzernen Gazprom und CNPC über die Lieferung von insgesamt 38 Milliarden Kubikmetern Gas nach China im Zeitraum von 30 Jahren. Die Russen rechnen dabei mit einem Erlös von schätzungsweise 400 Milliarden US-Dollar. Gazprom-Chef Alexej Miller hatte vor kurzem geäußert, dass die Gaslieferungen nach China in mittelfristiger Perspektive eine Größenordnung erreichen könnten, die mit Europa vergleichbar wäre.

    Der Kreml betrachtet die Volksrepublik als alternativen Gasabnehmer für Europa. Auch in anderen Bereichen wäre Chinas Hilfe wichtig für Russland, vor allem angesichts der drohenden westlichen Sanktionen.

    Im Vorfeld des Gipfels wurde mitgeteilt, dass in Shanghai etwa 30 Verträge im Gesamtwert von mindestens 20 Milliarden Dollar abgeschlossen werden könnten. Außerdem wird erwartet, dass der Handelsumsatz zwischen Russland und China bis 2020 etwa 200 Milliarden Dollar erreicht. Zum Vergleich: Der Handelsumsatz zwischen China und den USA beträgt 500 Milliarden Dollar.

    Moskau und Peking können sich allerdings seit Jahren nicht auf den Gaspreis einigen. Die Volksrepublik will für den Brennstoff nicht so viel zahlen wie die Europäer (380 bis 400 Dollar pro 1000 Kubikmeter).

    Außerdem kommt die von der russischen Regierung groß angekündigte „Wende gen Osten“ im Gasgeschäft nicht in die Gänge, seitdem China und Turkmenistan einen Vertrag über die Lieferung von 26 Milliarden Kubikmeter Gas für lediglich 354 Dollar pro 1000 Kubikmeter abgeschlossen haben. Zudem hat China eine Pipeline von Myanmar gebaut und bemüht sich um den Ausbau der Kooperation mit zentralasiatischen Ländern.

    Dennoch glauben die meisten Experten, dass der Gasdeal doch zustande kommt. Dabei wird Gazprom voraussichtlich Zugeständnisse akzeptieren müssen. „Ein Preis von unter 360 Dollar wäre für Gazprom unvorteilhaft. Mehr als 380 Dollar würde China jedoch nicht akzeptieren“, sagte Analyst Anatoli Woronin (FIBO Group). „Der Deal wird offenbar unter den Bedingungen der Chinesen abgewickelt, weil der Gasabsatz auf dem europäischen Markt für Gazprom zwar vorteilhafter wäre, doch die aktuellen Bedingungen zwingen den Konzern zur Suche nach neuen Absatzmärkten.“ Der Experte verwies zugleich darauf, dass Gazprom zunächst neue Pipelines nach China bauen müsse. „Bevor man etwas verdienen kann, muss man beträchtliche Investitionen eingehen“, betonte er.

    „Die Unterzeichnung des Gasvertrages kommt zweifellos zustande“, stimmte Iwan Kapitonow von der Russischen Akademie für Volkswirtschaft zu. „Denn unter anderem werden dadurch neben wirtschaftlichen auch viele geopolitische Probleme gelöst.“ Für Moskau sei China  eine wichtige Alternative angesichts der möglichen Sanktionen. „Im Gespräch ist ein Mindestpreis von 350 Dollar. Das entspricht im Grunde dem Preis für Europa und ist prinzipiell wichtig für Russland“, ergänzte der Experte.

     

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