08:28 16 Dezember 2019
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    USA gehen mit Aegis-Waffen an Land

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    Die USA haben auf der Hawaii-Insel Kauai das bodengestützte Aegis-System erstmals getestet, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Die USA haben auf der Hawaii-Insel Kauai das bodengestützte Aegis-System erstmals getestet, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Wie der Pentagon-Sprecher Steve Warren sagte, wurden von insgesamt 30 Zielen 26 erfolgreich abgefangen. Ein weiterer, noch schwierigerer Test stehe 2015 bevor. Zudem teilte der Colonel mit, dass solche Aegis-Systeme demnächst in Rumänien aufgestellt werden.

    Riki Ellison, Leiter der Missile Defense Advocacy Alliance, der größten Gruppierung der Raketenabwehr-Lobbyisten in den USA, sagte, dass die Entwicklung des europäischen Raketenabwehrsystems (hat etwa 800 Millionen Dollar gekostet) allmählich Realität werde. Nach seinen Worten wurden in den letzten elf Jahren insgesamt 28 erfolgreiche Tests von Abfangraketen mithilfe des Aegis-Systems durchgeführt.

    Damit kann Washington diese Waffen nicht mehr nur auf Schiffen (mit Aegis-Anlagen sind US-Kriegsschiffe in verschiedenen Erdteilen ausgerüstet; außerdem stehen sie den Seestreitkräften Japans, Südkoreas, Australiens, Großbritanniens, Frankreichs, der Niederlande usw. zur Verfügung), sondern auch auf dem Festland stationieren. Für beide Versionen werden Abfangraketen des Typs SM-3 verwendet.

    Die bodengestützte Modifikation Aegis Ashore kann gleichzeitig mit 24 Raketen geladen werden. In Zukunft könne diese Zahl zusätzlich aufgestockt werden, sagte der Direktor des SM-3-Programms, Mitch Stevison.

    Wladimir Kosin, Berater des Direktors des Russischen Instituts für strategische Forschungen, erläuterte, dass die bodengestützten Aegis-Systeme im südrumänischen Deveselu stationiert werden sollen, wo im Oktober 2013 der Grundstein für den neuen Militärstützpunkt gelegt worden sei. In Frage kämen dabei 24 SM-3-Raketen. Weitere 24 Raketen dieses Typs werden im Norden Polens aufgestellt. Das rumänische Raketenabwehrsystem solle 2015 und das polnische 2018 in Betrieb genommen werden, ergänzte der Experte.

    „Diese 48 Raketen werden nur ein Teil der Raketenabwehrstruktur sein, die bald in Europa entsteht“, so Kosin weiter. Hinzukämen 13 Kriegsschiffe mit Aegis-Anlagen an Bord, die an der US-amerikanischen Atlantikküste stationiert seien (weitere 16 Schiffe befinden sich an der Pazifikküste). Es handele sich um Kreuzer des Typs Ticonderoga und um Zerstörer Arleigh Burke. Sechs bis zehn dieser Schiffe befänden sich ständig in der Barents-, Nord-, und Ostsee sowie im Mittel- bzw. im Schwarzen Meer.

    „Zwischen Russland und den USA gibt es derzeit keine offiziellen Verhandlungen“, sagte Kosin. „Die zwölfjährigen Beratungen sind erfolglos geblieben. Nach seinem Austritt aus dem ABM-Vertrag von 1972 genießt Washington im Grunde absolute Freiheit bei der Entwicklung des nationalen und auch globalen Raketenabwehrsystems“, so der Experte.

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