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    Russland-China: Welche Folgen hat der Gasdeal für Europa?

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    Russland baut Gaspipeline nach China (23)
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    Dem Vorstandsvorsitzenden des russischen Gaskonzerns Gazprom, Alexei Miller, zufolge ist Europa als Absatzmarkt nicht mehr interessant. Experten glauben jedoch, dass der Gazprom-Chef die Europäer nur einschüchtern will, schreibt die „RBC Daily“ am Montag.

    Dem Vorstandsvorsitzenden des russischen Gaskonzerns Gazprom, Alexei Miller, zufolge ist Europa als Absatzmarkt nicht mehr interessant. Experten glauben jedoch, dass der Gazprom-Chef die Europäer nur einschüchtern will, schreibt die „RBC Daily“ am Montag.

    Miller äußerte während seines Vortrags auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg: „Die Ereignisse in Japan und in Asien, der eminente Unterschied zwischen den Gaspreisen in Europa und Asien führten dazu, dass das Gas von den europäischen Terminals auf den asiatischen Markt gebracht wurde. In Europa geht die Ölförderung zurück, die Lieferungen aus Nordafrika und aus dem Nahen Osten werden gekürzt. Die Zahlen schrecken auf. Die Flüssiggas-Terminals in Europa sind derzeit nur zu 22 Prozent ausgelastet, 2003 waren es noch 90 Prozent“. Der Gasdeal mit dem chinesischen Konzern CNPC belebe die Konkurrenz für das russische Erdgas, was später Einfluss auf die europäischen Gaspreise haben werde, so Miller.

    Struktur des russischen Gasexports >>

    Die Experten sind in diesem Fall anderer Meinung: Die Gaslieferungen nach China beginnen erst in drei oder vier Jahren. In diesem Zeitraum könnte Europa auch amerikanisches Flüssiggas beziehen. Der Ökonom Ulli Ulsen betonte, dass sich die USA zwar an den hohen Preisen orientieren würden, doch auch die europäischen Preise würden für sie akzeptabel sein.

    Der asiatische Markt erweist sich als ein Prämienmarkt: 2013 belief sich der Erdgaspreis auf 570 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter; in Europa lag der Preis bei 380 US-Dollar. Nach den Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA), wird Asien 2015 die zweitgrößte Gasnachfrage weltweit haben.

    Die Europäer könnten jedoch von der wachsenden Konkurrenz zwischen den Gasexporteuren um Asien profitieren. Ulsen ist sich sicher: „Australien und Papua-Neuguinea beginnen ihre Lieferungen nach Asien schon in den nächsten zwölf  Monaten, was Katar dazu zwingt, einen Teil der Lieferungen nach Europa zu verlagern“.

    Nach Angaben der Organisation Eurogas belief sich die eigene Gasproduktion im vergangenen Jahr auf 33 Prozent. Die wichtigsten Lieferanten sind Russland (27 Prozent), Norwegen (23 Prozent) und Algerien (8 Prozent). Ulsen glaubt:  „Europa leidet heute nicht unter Gashunger. Russland behauptet seine Position in Europa. Doch Russland muss in Betracht ziehen, dass Europa seinen Gasbedarf abbaut“. Laut Eurogas-Angaben sank der Gasbedarf in den 28 EU-Ländern im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 462 Milliarden US-Dollar.

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