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    Ukraine: Amtsantritt Poroschenkos ohne Putin

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    Präsidentenwahl in Ukraine (2014) (86)
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    Anders als der russische Präsident Wladimir Putin haben die meisten Staats- und Regierungschefs der postsowjetischen Staaten die Präsidentschaftswahl des ukrainischen Oligarchen Pjotr Poroschenko anerkannt, schreibt die Zeitung "RBC Daily" in ihrer Freitagsausgabe.

    Anders als der russische Präsident Wladimir Putin haben die meisten Staats- und Regierungschefs der postsowjetischen Staaten die Präsidentschaftswahl des ukrainischen Oligarchen Pjotr Poroschenko anerkannt, schreibt die Zeitung "RBC Daily" in ihrer Freitagsausgabe.

    Die ersten Gratulationen zum Wahlsieg erhielt der Milliardär aus den baltischen Ländern. Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite, die am 25. Mai wiedergewählt wurde, begrüßte die „offene und demokratische“ Wahl in der Ukraine und wünschte ihrem neuen Amtskollegen Erfolg bei der Stabilisierung seines Landes.

    Der estnische Staatschef Toomas Hendrik Ilves lobte die Organisation einer „demokratischen und fairen Präsidentschaftswahl trotz der Provokationen und der äußeren Einmischung in die Situation in der Ukraine, deren Ziel das Scheitern der Wahl oder wenigstens die Anzweiflung ihrer Legitimität war.“

    Am 27. Mai erhielt Poroschenko Glückwünsche von den Präsidenten Moldawiens, Armeniens und Georgiens (Nicolae Timofti, Serge Sargsjan und Georgi Margwelaschwili).

    Einen Tag später meldeten sich bei Poroschenko die Präsidenten Aserbaidschans und Weißrusslands, Ilcham Alijew und Alexander Lukaschenko. „Weißrussland ist und bleibt ein zuverlässiger Nachbar der Ukraine. Für uns ist es wichtig, dass die Ukraine ein stabiler und starker Staat ist“, heißt in der Grußbotschaft Lukaschenkos, die auf seiner offiziellen Website veröffentlicht wurde.

    Kurz nach dem Gipfel der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft am 29. Mai in Astana gratulierte der Präsident Kasachstans, Nursultan Nasarbajew, seinem neuen ukrainischen Amtskollegen zum Wahlsieg.

    Als letzter unter den GUS-Staatsoberhäuptern meldete sich der tadschikische Präsident Emomali Rachmon bei Poroschenko.

    Zur Amtseinführung des neuen ukrainischen Staatschefs haben mindestens 20 Präsidenten ihre Teilnahme angekündigt.

    Unter ihnen sind Grybauskaite, Timofti, Margwelaschwili und Ilves. Der lettische Staatschef Andris Berzins gratulierte Poroschenko bei ihrem Treffen am 3. Juni in Warschau und wünschte ihm viel Erfolg bei der Umsetzung der geplanten Reformen.

    Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Jewgeni Perebijnis, teilte mit, dass auch Lukaschenko eine Einladung nach Kiew erhalten, seine Teilnahme an der Zeremonie aber noch nicht bestätigt habe.

    Alijew werde zwar nicht nach Kiew kommen können, aber Aserbaidschan werde dabei der Parlamentsvorsitzende Oltai Assadow vertreten.

    In Kiew werde auch der frühere georgische Präsident Michail Saakaschwili erwartet.

    Russland vertrete Botschafter Michail Surabow, teilte Vizeaußenminister Grigori Karassin mit. Surabow war nach der Eskalation der russisch-ukrainischen Beziehungen abberufen worden. Am Donnerstag wurde allerdings mitgeteilt, dass er seine Arbeit in Kiew fortsetzen werde.

    Keine Glückwünsche zum Wahlsieg hat Poroschenko von den Präsidenten Turkmenistans, Usbekistans und Kirgisiens erhalten.

    „Wenn Islam Karimow (Präsident Usbekistans) jemandem gratuliert oder nicht gratuliert, hat das immer einen politischen Hintergrund“, sagte der Chefredakteur der Website Fergana.ru, Daniil Kislow. „Poroschenko ist nach dem Maidan an die Macht gekommen, der schlechtesten Erscheinung für alle autoritären Politiker. Als es sich im Frühjahr um die Unterstützung des ukrainischen Maidans oder Russlands und dessen Aktivitäten auf der Krim ging, hat sich Karimow für die zweite Variante entschieden“, so Kislow.

    Auch der russische GUS-Experte Arkadi Dubnow verwies darauf, dass in den usbekischen Medien über die Ereignisse in der Ukraine überhaupt nicht berichtet werde.

    Kirgisiens Schweigen nach der ukrainischen Präsidentschaftswahl führte Kislow auf Bischkeks „maximale Loyalität“ zu Russland zurück. Zugleich erinnerte er daran, dass Russland 1,2 Milliarden Dollar für die Umsetzung eines „Fahrplans“ zur Integration Kirgisiens in die Zollunion bereitgestellt habe. Mit der Ukraine habe Kirgisien nahezu keine Wirtschaftskontakte, ergänzte der Experte.

    Zwischen Turkmenistan und der Ukraine gelte die Regel „nothing personal, just business“, sagte Dubnow. „Die Ukrainer haben in Turkmenistan Brücken und Tunnel gebaut und wurden dafür mit Erdgas bezahlt, wobei auch Gazprom mitmischte. (…) Nach dem Ausbruch der Maidan-Proteste sind diese undurchsichtigen Geschäftsverfahren zusammengebrochen, und ukrainische Unternehmen haben Turkmenistan verlassen.“

     

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