18:03 03 Juni 2020
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    Die Daimler AG will ein PKW-Produktionswerk in Russland eröffnen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Montag.

    Die Daimler AG will ein PKW-Produktionswerk in Russland eröffnen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Montag.

    Entsprechende Verhandlungen führen derzeit die russische Staatsholding Rostech und der Konzern Daimler.

    Laut Quellen geht es um den Bau von Mercedes-Benz der S-Klasse (Modell W222) in einem Betrieb in der Stadt Nabereschnyje Tschelny (Teilrepublik Tatarstan), in dem KAMAZ-Lastwagen gebaut werden.

    Bereits 2004 wurde über die Eröffnung eines Mercedes-Benz-Werkes in Russland gesprochen. Damals ging es um den Bau eines Betriebes in St. Petersburg. Doch die geplanten Kapazitäten waren zu gering und die Kosten für die Produktion von Zulieferteilen in Russland zu groß. 

    Diesmal gehe es um die Gründung eines Joint Ventures, dessen russischer Teilhaber KAMAZ werde, verriet ein Rostech-Insider. Der Anteil der in Russland hergestellten Zulieferteile könnte 40 bis 50 Prozent erreichen.

    „Mit Daimler werden tatsächlich Verhandlungen geführt“, bestätigte ein Rostech-Sprecher. „Wir waren nicht nur an einer Montage der Fahrzeuge interessiert. Wir rechnen auch mit der Produktion eines Teils der Zulieferteile.“

    Der Daimler-Vorstand wird dieses Thema laut Quellen Mitte Juli erörtern.

    KAMAZ hat bereits ein Joint Venture mit Daimler, das Lastwagen unter der Marke Mercedes-Benz baut. (Daimler gehören insgesamt elf Prozent der Firma KAMAZ.) Außerdem werden die Kleintransporter Mercedes-Benz Sprinter in Russland hergestellt.

    Eine Quelle in der Rostech-Führung führte die Gründung eines neuen Joint Ventures mit Daimler auf die Initiative des russischen Industrieministeriums zurück, den Behörden den Kauf von außerhalb der Zollunion (Russland, Weißrussland, Kasachstan) gebauten Fahrzeugen zu untersagen. Die Einführung dieser Richtlinie wurde zwar mehrmals verschoben, ist aber immer noch nicht vom Tisch.

    Auch die Daimler AG ist an einer PKW-Produktion in Russland interessiert, zumal Konkurrenten wie BMW und Audi bereits seit Jahren Fahrzeuge in Russland bauen.

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