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    Kommunisten wollen St. Petersburg in Leningrad umbenennen

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    Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin sich für eine Umbenennung der Stadt Wolgograd in Stalingrad offen gezeigt hat, wollen die Kommunisten auch St. Petersburg in Leningrad umbenennen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin sich für eine Umbenennung der Stadt Wolgograd in Stalingrad offen gezeigt hat, wollen die Kommunisten auch St. Petersburg in Leningrad umbenennen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    Während seines Aufenthalts in der Normandie, wo er an den Festlichkeiten anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Landung der Alliierten teilnahm, sagte Putin, Wolgograd könnte wieder Stalingrad heißen, falls die Stadteinwohner diese Idee befürworten würden.

    Angesichts dessen erklärte der KPRF-Vorsitzende Gennadi Sjuganow, die „historische Gerechtigkeit“ sollte wiederhergestellt werden, so dass die Stadt an der Newa wieder den Namen des Gründers der Sowjetunion, Wladimir Lenin, tragen sollte.

    Der Abgeordnete der Gesetzgebenden Versammlung St. Petersburgs, Maxim Resnik (Bürgerplattform), sagte bezüglich der Initiative der Kommunisten, dass sie die russische Gesellschaft spalte. „Das ist entweder eine Provokation oder eine Dummheit.“ „Anstatt echte Probleme zu lösen, will man das Thema Umbenennung diskutieren. Wenn Sjuganow einen Ort Leningrad nennen will, dann könnte er das Dorf Mymrino, wo er geboren wurde, umbenennen.“ Dasselbe gilt Resnik zufolge auch für die Initiative zur Umbenennung Wolgograds in Stalingrad.

    Putins Sprecher Dmitri Peskow hatte bereits gesagt, dass Putins Worte (von einer möglichen Umbenennung Wolgograds) von den Medien falsch interpretiert worden seien. Der Staatschef habe lediglich geäußert, dass solche Fragen mit Referenden entschieden werden sollten, aber nicht, dass er die Benennung der Stadt nach Stalin befürworte.

    Die Menschenrechtsbeauftragte beim Präsidenten, Ella Pamfilowa, zeigte sich überzeugt, dass eine Umbenennung Wolgograds bei einem landesweiten und nicht bei einem städtischen Referendum entschieden werden sollte. Nach ihrer Auffassung müssten „alle Vor- und Nachteile“ einer solchen Entscheidung abgewogen werden, und deshalb sollte sie „auf einer höheren Ebene“ getroffen werden.

    Laut Umfragen sind 55 Prozent der Russen gegen eine Umbenennung Wolgograds in Stalingrad. Dafür sind lediglich 23 Prozent, während weitere sechs Prozent wollen, dass die Stadt ihren ursprünglichen Namen Zarizyn trägt. Zum letzten Mal sei eine entsprechende Studie vor einem Jahr durchgeführt worden, teilte der Direktor des soziologischen Forschungsinstituts Lewada-Zentrum, Lew Gudkow, mit. „Aber die Ergebnisse solcher Umfragen sind seit Jahren konstant geblieben und haben sich nur völlig unwesentlich geändert. Die Menschen haben trotz der zahlreichen propagandistischen Kampagnen eher negative Assoziationen mit dem Namen Stalin.“

     

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