10:40 15 Dezember 2018
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    Nach Gewalteskalation in Ostukraine: Russland schickt Truppen ins Grenzgebiet

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    Entwicklung in Ostukraine (2318)
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    Russland hat erneut Truppen an die Grenze zur Ukraine geschickt, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Dienstag unter Berufung auf den Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Andrej Parubi.

    Russland hat erneut Truppen an die Grenze zur Ukraine geschickt, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Dienstag unter Berufung auf den Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Andrej Parubi.

    Parubi führte bei einer Pressekonferenz in Kiew an, dass in Millerowo (Gebiet Rostow) vor kurzem 150 Luftlandesoldaten aus Pskow eingetroffen seien. Die russische Truppengruppierung schätzte Parubi auf 16 000 Soldaten an der östlichen Grenze der Ukraine und auf 22 000 Soldaten auf der Krim.

    Offizielle Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums waren gestern nicht zu erreichen. Eine Quelle sagte jedoch, dass der ukrainische Sicherheitsratssekretär die zahlenmäßige Stärke der russischen Truppen „um ein Mehrfaches erhöht hat“. Sie räumte allerdings ein, dass tatsächlich zusätzliches Militär an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen worden sei. Dabei soll es sich um mehrere Luftlandebataillone und mehrere motorisierte Schützenbrigaden handeln. Um Grenzverletzungen vorzubeugen, könne das Truppenkontingent zusätzlich verstärkt werden, so die Quelle. 

    Nach dem Abzug der russischen Bodentruppen aus dem Grenzgebiet Ende April seien dort nur kleinere Spezialeinheiten geblieben, sagte die Quelle weiter. Seit mehreren Tagen werde der Luftraum über diesem Gebiet aber wieder von russischen Kampfjets und Hubschraubern kontrolliert.

    Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko kündigte derweil die Umsetzung seines Friedensplans an. Demnach sollen die ukrainischen Streitkräfte wieder die Kontrolle über die Grenze herstellen; ein Korridor für den Rückzug der russischen Freiwilligen aus der Ukraine soll eingerichtet und eine Feuerpause eingelegt werden. Anschließend sollen Verhandlungen beginnen, die Poroschenko zufolge jedoch nicht  zu lange dauern sollten. Während seiner Amtseinführung am 7. Juni hatte er gesagt, dass dafür höchstens eine Woche eingeplant werden sollte.

    Die Äußerungen der ukrainischen Regierung würden davon zeugen, dass die Militäraktionen allmählich ins Gebiet an der russischen Grenze verlagert werden, so der Experte des russischen Zentrums für Strategien- und Technologienanalysen, Wassili Kaschin. Deshalb sei die Verlegung der russischen Truppen in dieses Gebiet naheliegend und unvermeidlich, betonte er. Der Experte vermutete, dass das russische Militär ähnlich vorgehen wird wie die türkischen Truppen an der Grenze zu Syrien, und zwar Grenzverletzungen verhindern und Flugapparate (Drohnen) abschießen.

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