17:20 28 September 2016
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Ostukraine: Aufständische fühlen sich von Putin verraten

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Entwicklung in Ostukraine (2318)
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Die Führung der Donezker Volkswehr fühlt sich vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verraten, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" in ihrer Freitagsausgabe.

Die Führung der Donezker Volkswehr fühlt sich vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verraten, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" in ihrer Freitagsausgabe.

Der Befehlshaber der Volkswehr der so genannten „Donezker Volksrepublik“, Igor Strelkow, hat im Internet eine Erklärung abgegeben, in der er warnt, dass die Situation seiner Mitstreiter ohne eine „reelle, umfassende und unverzügliche“ Militärhilfe seitens Russlands hoffnungslos sei. Die Volkswehr verliere den Kampf gegen die ukrainische Armee, weil sich Russland nach den Unabhängigkeitsreferenden in den Gebieten Donezk und Lugansk geweigert habe, seine Friedenstruppen zu schicken.

De facto hat Strelkow den Kreml der Sabotage und sogar des Verrats beschuldigt. Im Grunde versucht er damit, Putin persönlich und die russischen Entscheidungsträger unter Druck zu setzen. Nicht auszuschließen ist übrigens, dass auch ein Teil des Umfeldes Putins ihn dazu drängt, die beiden „Volksrepubliken“ zu unterstützen.

Es ist allerdings bekannt, dass es Putin nicht gefällt, wenn seine Entscheidungen so aussehen, als wären sie unter Druck getroffen worden. Ultimaten und Erpressung prallen an Putin ab.

Üblicherweise wird der Kreml-Chef vom Westen, von der russischen Opposition oder von Menschenrechtlern unter Druck gesetzt. Aber das führt stets zu einer Verschärfung seiner Position.

Jetzt wird er von den Aufständischen in der Ostukraine unter Druck gesetzt, die Moskau im Grunde selbst „geweckt“  hat. Es sind die ostukrainischen Freiheitskämpfer, die Hardliner und die Patrioten, mit deren Hilfe Putins Popularitätsrate in Russland auf mehr als 80 Prozent geklettert ist.

Vielleicht hat Moskau die Donezker Volksrepublik und die Lugansker Volksrepublik bislang nicht anerkannt, weil es sich die Forderungen und die Vorwürfe aus der Ostukraine nicht gefallen lässt.

Vorwürfe gegen Putin sind offenbar nicht gerade der beste Weg, Russland zu einer „umfassenden und unverzüglichen“ Hilfe zu bewegen. Noch mehr als das: Unter diesen Umständen könnte Putin, trotzig wie er ist, sogar die Initiativen seines ukrainischen Amtskollegen Pjotr Poroschenko positiv wahrnehmen.

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