21:23 10 Dezember 2016
Radio
    Zeitungen

    Ostukraine: Aufständische fühlen sich von Putin verraten

    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Entwicklung in Ostukraine (2318)
    0 4 0 0

    Die Führung der Donezker Volkswehr fühlt sich vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verraten, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" in ihrer Freitagsausgabe.

    Die Führung der Donezker Volkswehr fühlt sich vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verraten, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" in ihrer Freitagsausgabe.

    Der Befehlshaber der Volkswehr der so genannten „Donezker Volksrepublik“, Igor Strelkow, hat im Internet eine Erklärung abgegeben, in der er warnt, dass die Situation seiner Mitstreiter ohne eine „reelle, umfassende und unverzügliche“ Militärhilfe seitens Russlands hoffnungslos sei. Die Volkswehr verliere den Kampf gegen die ukrainische Armee, weil sich Russland nach den Unabhängigkeitsreferenden in den Gebieten Donezk und Lugansk geweigert habe, seine Friedenstruppen zu schicken.

    De facto hat Strelkow den Kreml der Sabotage und sogar des Verrats beschuldigt. Im Grunde versucht er damit, Putin persönlich und die russischen Entscheidungsträger unter Druck zu setzen. Nicht auszuschließen ist übrigens, dass auch ein Teil des Umfeldes Putins ihn dazu drängt, die beiden „Volksrepubliken“ zu unterstützen.

    Es ist allerdings bekannt, dass es Putin nicht gefällt, wenn seine Entscheidungen so aussehen, als wären sie unter Druck getroffen worden. Ultimaten und Erpressung prallen an Putin ab.

    Üblicherweise wird der Kreml-Chef vom Westen, von der russischen Opposition oder von Menschenrechtlern unter Druck gesetzt. Aber das führt stets zu einer Verschärfung seiner Position.

    Jetzt wird er von den Aufständischen in der Ostukraine unter Druck gesetzt, die Moskau im Grunde selbst „geweckt“  hat. Es sind die ostukrainischen Freiheitskämpfer, die Hardliner und die Patrioten, mit deren Hilfe Putins Popularitätsrate in Russland auf mehr als 80 Prozent geklettert ist.

    Vielleicht hat Moskau die Donezker Volksrepublik und die Lugansker Volksrepublik bislang nicht anerkannt, weil es sich die Forderungen und die Vorwürfe aus der Ostukraine nicht gefallen lässt.

    Vorwürfe gegen Putin sind offenbar nicht gerade der beste Weg, Russland zu einer „umfassenden und unverzüglichen“ Hilfe zu bewegen. Noch mehr als das: Unter diesen Umständen könnte Putin, trotzig wie er ist, sogar die Initiativen seines ukrainischen Amtskollegen Pjotr Poroschenko positiv wahrnehmen.

    Themen:
    Entwicklung in Ostukraine (2318)

    Top-Themen

    • Situation in Aleppo

      Rund 50.000 friedliche Bürger haben die östlichen Teile von Aleppo in den vergangenen zwei Tagen über die von Russland organisierten humanitären Korridore verlassen, wie der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow mitteilte. Ihm zufolge wurden allein am Samstag mehr als 20.000 Menschen evakuiert.

      4819474
    • Edward Snowden

      Der berühmte US-Filmemacher Oliver Stone hat bei den Dreharbeiten zum Film „Snowden“ über den ehemaligen Geheimdienstler Edward Snowden mit Russlands Präsident Wladimir Putin gesprochen, wie Stone am Samstag in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Times“ sagte.

      32477
    • Nato

      Nach Presseberichten gab es an einem Berliner Seeufer im letzten Sommer was zu feiern. Danach soll der künftige deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Herr Christoph Heusgen, die Laudatio bei einer Preisverleihung auf den Kommunikationschef der Nato, Mister Jamie Shea, gehalten haben. Kein Wunder, was da geschah.

      393882
    • Die Flagge von Polen und der EU

      Polen hat laut dem Chef der größten oppositionellen Partei des Landes, der „Bürgerplattform“, und Ex-Außenminister Grzegorz Schetyna. seinen Einfluss auf die europäische Politik verloren. Ihm zufolge will niemand außer Ungarn nun noch mit Polen zusammenarbeiten.

      344859
    • John Kerry

      US-Außenminister John Kerry hat die bewaffnete syrische Opposition zu einem ersten Schritt für die friedliche Regelung der Krise im Land aufgerufen.

      313631
    • Bundeskanzlerin Angela Merkel

      Die jüngsten Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz Daesh (auch IS, Islamischer Staat) haben laut Bundeskanzlerin Angela Merkel die Sicherheitslage in Deutschland verschärft. Wie die Kanzlerin in einem wöchentlichen Video-Podcast sagte, müssen nun die Einsätze der Bundespolizei an den EU-Außengrenzen verstärkt werden.

      461902