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07:38 16 Oktober 2019
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    Umfrage: Putin schreibt Geschichte

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    Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM würden drei Viertel der Russen für Wladimir Putin bei der Präsidentschaftswahl 2018 stimmen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM würden drei Viertel der Russen für Wladimir Putin bei der Präsidentschaftswahl 2018 stimmen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Mit der Krim-Angliederung sei Putin Teil der Geschichte geworden, erklären Soziologen die Ergebnisse der Umfrage. Politologen schließen nicht aus, dass für den Erhalt der hohen Umfragewerte ein Militäreinsatz, der zu einem schnellen Erfolg führt, erforderlich ist.

    Die Zahl der Russen, die Putin bei der nächsten Präsidentschaftswahl unterstützen würden, wächst seit der Krim-Aufnahme mit jedem Monat. Im April waren es 62 Prozent, im Mai bereits 73 Prozent. Anfang des Jahres 2012 wollten nur 40 Prozent Putin ihre Stimme geben. 39 Prozent wollten gegen ihn stimmen. Jetzt sind es nur 13 Prozent, die Putin bei der Wahl nicht unterstützen wollen. 14 Prozent der Befragten haben noch keine Entscheidung getroffen.

    Die Popularität Putins sei auf die Ereignisse in der Ukraine zurückzuführen, so der Chef des Meinungsforschungsinstituts WZIOM Waleri Fjodorow. Die Angliederung der Krim habe für Putins politisches Schicksal die gleiche Bedeutung, wie für den damaligen Pemier Jewgeni Primakow 1999 der Abbruch seines Fluges nach Washington, nachdem die ersten Nato-Bomben auf Jugoslawien gefallen waren. Primakow ließ sein Flugzeug unterwegs umkehren. „Putin ist Teil der Geschichte geworden“, so Fjodorow.

    Laut dem Generaldirektor des Internationalen Instituts für politische Expertise, Jewgeni Mintschenko, basiert das gesamte politische System in Russland auf Putin. Es gebe keinen Gegenspieler. Doch das Ansehen des russischen Präsidenten hänge jetzt sehr stark vom außenpolitischen Faktor ab, darunter von den Ereignissen in der Ukraine. Eine Nicht-Einmischung in den bewaffneten Konflikt im Donezk-Becken könnte Putins Umfragewerte auf den Stand vor der Krim-Angliederung abstürzen lassen. Ein militärisches Eingreifen würde die Beliebtheitswerte des russischen Staatschefs jedoch nur dann stärken, wenn der Militäreinsatz zu einem schnellen Erfolg führe.

    Wie der Politologe Boris Makarenko betonte, können die hohen Popularitätswerte sowohl mehrere Monate als auch mehrere Jahre anhalten. Die Russen schätzen die symbolische Führungsrolle Putins. Doch es werden auch „konkrete Schritte“ bewertet. „Früher oder später werden die beiden Aspekte miteinander kollidieren“, so der Experte.

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