07:01 29 September 2016
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Kreml ordnet zweitgrößtes Militärmanöver seit 25 Jahren an

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine weitere Truppenübung im Militärbezirk Zentrum angeordnet, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine weitere Truppenübung im Militärbezirk Zentrum angeordnet, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

Der Pressedienst des Verteidigungsministeriums teilte mit, dass an dem Manöver „etwa 65 000 Soldaten, mehr als 180 Flugzeuge, etwa 60 Hubschrauber, mehr als 5500 gepanzerte Fahrzeuge und sonstige Kampftechnik“ beteiligt sind.

Vom 1. Dezember 2013 bis 31. Mai haben in Russland insgesamt fast 250 Truppenübungen stattgefunden. Diese ist aber die zweitgrößte seit 25 Jahren. Auffallend ist, dass Russland erstmals seine ausländischen Partner darüber benachrichtigt hat.

Laut der OSZE-Abschlussakte vom 1. August 1975 muss Russland die europäischen Länder über seine Heeresübungen informieren, falls daran mehr als 25 000 Soldaten teilnehmen. Das muss es allerdings nur tun, wenn ein Manöver näher als 250 Kilometer von der Grenze eines Landes entfernt stattfindet.

In diesem Zusammenhang stellen sich mehrere Fragen: Warum hat Moskau seine OSZE-Partner über das Manöver benachrichtigt, das in den Gebieten Kemerowo und Tscheljabinsk stattfindet, also mehr als 1500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt?

Auffallend ist auch, dass mehrere Militärtransporthubschrauber Mi-24 vom Flughafen Tolmatschowo (Nowosibirsk) nach Kolzowo (Gebiet Swerdlowsk) mit einer Transportmaschine Antonow-124 Ruslan gebracht wurden. Ein Sprecher des Militärbezirks Zentrum betonte, dass eine solche Operation „zum ersten Mal“ durchgeführt wurde. Zwischen den Gebieten Nowosibirsk und Swerdlowsk liegen immerhin mehr als 5000 Kilometer.

Insgesamt wurden mehr als 40 Flugzeuge verlegt, die gestern mehr als 50 Flüge absolviert haben.

Die dritte Frage ist: Warum häufen sich die überraschenden Truppenübungen in letzter Zeit? Die Antwort liegt auf der Hand: Wegen der Ukraine-Krise und vor allem wegen des Krim-Beitritts zu Russland. Auch das jüngste Manöver könnte mit den Ereignissen im Nachbarland verbunden sein.

Bemerkenswert ist, dass die Übung bis 28. Juni dauern wird, wobei in der Ostukraine gestern eine Waffenruhe bis 27. Juni vereinbart wurde.

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