08:48 17 Dezember 2017
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    Wegen Russland: USA drängen Europäer zu höheren Militärausgaben

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    Wegen einer möglichen „Aggression“ Russlands hat Washington die Europäer erneut dazu aufgerufen, ihre Militärausgaben zu erhöhen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Wegen einer möglichen „Aggression“ Russlands hat Washington die Europäer erneut dazu aufgerufen, ihre Militärausgaben zu erhöhen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Mit dieser Initiative trat US-Außenminister John Kerry bei einem Treffen mit seinen Nato-Kollegen in Brüssel auf. Das stößt bei den Europäern allerdings auf Widerstand, weil sie sich in den letzten Jahren einen Sparkurs bei den Rüstungsausgaben verordnet haben.

    Dass Europa tiefer in die Tasche greifen muss, hatte US-Präsident Barack Obama während seines jüngsten Polen-Besuchs zu verstehen gegeben. „Derzeit verlässt sich die Nato vor allem auf die Ressourcen der USA, ist aber nicht bereit, in unsere gemeinsamen Bemühungen selbst zu investieren. Jedes Land sollte seinen Beitrag zu unserer kollektiven Sicherheit leisten“, so Obama.

    Washington besteht darauf, dass alle 28 Nato-Mitglieder jeweils zwei Prozent ihres BIP für den Militärbedarf ausgeben. Derzeit tun das allerdings nur vier Länder, nämlich die USA (4,4 Prozent), Großbritannien (2,4 Prozent), Griechenland (2,4 Prozent), das permanent auf einen Konflikt mit der Türkei gefasst ist, und das proamerikanisch gesinnte Estland (2,3 Prozent), dessen Streitkräfte allerdings über keinen einzigen Panzer und nur über Fracht- und Übungsflugzeuge verfügen.

    Nach dem Ausbruch der Ukraine-Krise bietet sich den Amerikanern die Möglichkeit, das zu erreichen, was sie seit Jahren fordern. Russland habe sich in den 2000er-Jahren aufgerüstet und seine Streitkräfte modernisiert. Das russische Militär könnte sich heute schneller als die Nato mobilisieren, behauptet Washington. Der Krim-Beitritt zu Russland sei ein klarer Beweis dafür.

    Unter allen Nato-Ländern erhalten die Amerikaner die stärkste Unterstützung seitens der baltischen Länder. Nicht zufällig fand ausgerechnet dort vom 9. bis 21. Juni ein großes Militärmanöver mit  4700 Soldaten statt. Auffallend ist, dass daran nicht nur die Nato-Länder beteiligt waren, sondern beispielsweise auch Finnland.

    Russland antwortete mit einem großen Manöver im Gebiet Kaliningrad, wo sich 24 Schiffe der Baltischen Flotte befinden. In Brüssel behauptete man, dass Nato-Kampfjets vier Mal abheben mussten, weil russische Maschinen in der Nähe des lettischen Luftraums aufgetaucht waren.