09:17 20 Juni 2019
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    Russland verliert letzten Satelliten für Raketen-Überwachung

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    Russland hat seinen letzten Satelliten für die Ortung von Raketenstarts verloren, schreibt die Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium.

    Russland hat seinen letzten Satelliten für die Ortung von Raketenstarts verloren, schreibt die Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium.

    Der 71X6-Satellit war erst im März 2012 in die Erdumlaufbahn gebracht worden und sollte ursprünglich fünf bzw. sieben Jahre seinen Dienst tun.

    Erste Probleme seien Anfang des Jahres entstanden, als die Akkus des Satelliten ausfielen, verriet eine Quelle. Im April sei die Situation kritisch geworden: Der Kontakt zu dem Raumapparat sei verloren gegangen, so dass er faktisch nicht mehr zu steuern gewesen sei. Angesichts dessen sei beschlossen worden, ihn auszuschalten.

    Russland hatte insgesamt acht Satelliten dieses Typs, von denen der letzte im Rahmen des Rüstungsauftrags 2011 gebaut wurde. Fast zwei Jahre dauerte dessen Bau, der dem russischen Verteidigungsministerium Kosten in Höhe 1,5 Milliarden Rubel (etwa 32,5 Millionen Euro nach dem aktuellen Wechselkurs) verursachte.

    Jetzt hat Russland keinen einzigen Satelliten für die Ortung von Raketenstarts, obwohl mindestens zwei benötigt werden. Der vorletzte 71X6-Satellit war im Juni 2008 gestartet worden, war aber nur bis Februar 2010 in Betrieb.

    Quellen zufolge verfügt das Verteidigungsministerium derzeit über zwei Satelliten des Typs 73D6. Allerdings seien sechs Satelliten dieses Typs erforderlich, um eine vollwertige Ortung zu gewährleisten.

    Bereits 2005 gab es offene Kritik an dem neuen System. Der damalige Vizebefehlshaber der Weltraumtruppen, General Oleg Gromow, schimpfte damals im Föderationsrat (Parlamentsoberhaus): „Wir können nicht einmal die minimal benötigte Anzahl von Anlagen für die Vorbeugung eines Raketenangriffs durch die Starts der nicht mehr zeitgemäßen Satelliten 71X6 und 73D6 wiederherstellen.“

    Im Oktober 2011 kündigte der damalige Befehlshaber der Weltraumtruppen, General Oleg Ostapenko (der inzwischen die Raumfahrtbehörde Roskosmos leitet), an, dass „die russischen Weltraumkräfte nicht erneuert werden, sondern ein neues einheitliches System entwickelt wird“, das  auch zum  Schutz vor Raketenangriffen eingesetzt würde. 2012 wurden für diese Zwecke enorme Geldsummen ausgegeben, aber zu den Fortschritten der vergangenen zwei Jahre gab das Verteidigungsministerium bislang keine Kommentare ab.

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