21:21 10 Dezember 2016
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    Krim: Poroschenko bereitet Militäreinsatz vor

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    Die Zukunftsentscheidung auf der Krim (415)
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    Kiew bereitet einen Militäreinsatz auf der Krim vor, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Kiew bereitet einen Militäreinsatz auf der Krim vor, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Im an die Krim grenzenden Gebiet Cherson, das als wichtigster Brückenkopf für einen Einsatz auf der Halbinsel gilt, wurde die totale Mobilmachung aller Männer bis 35 Jahre ausgerufen. Gleichzeitig werden vor der Krim-Landenge große Truppenteile zusammengezogen, was die ukrainischen Medien als „Verstärkung der zeitweiligen Grenze zur Halbinsel“ darstellen.

    Laut Quellen im russischen Verteidigungsministerium will Kiew aber „einen bewaffneten Konflikt auf der Halbinsel entfesseln, ohne die Ergebnisse der Kampfhandlungen im Südosten der Ukraine abzuwarten.“ In diesen Konflikt könnten „Zivilisten und Krim-Tataren verwickelt werden“, hieß es aus russischen Militärkreisen.

    Von einer bevorstehenden „Siegesparade im ukrainischen Sewastopol“ hatte bekanntlich der neue ukrainische Verteidigungsminister Valeri Geletej bereits gesprochen. Manche Experten hielten seine Worte für Großtuerei, die mit der realen Lage nichts zu tun hat. Dennoch sieht es danach aus, dass Präsident Pjotr Poroschenko tatsächlich demnächst einen Militäreinsatz auf der Krim beginnen will.

    Das schloss auch der russische Außenminister Sergej Lawrow nicht aus. Auf eine Reporterfrage bezüglich eines möglichen ukrainischen Angriffs auf die Krim sagte er jüngst: „Ich würde niemandem so etwas empfehlen. Wir haben unsere Doktrin der Nationalen Sicherheit, in der unsere Handlungen in einem solchen Fall klar beschrieben sind.“ Die Behörden in Kiew scheinen allerdings keine Angst vor solchen Warnungen zu  haben.

    Laut jüngsten Medienberichten werden auf der Nehrung Arbatskaja Strelka nahe der russischen Grenze ukrainische „Grad“-Mehrfachraketenwerfer stationiert. „Das ist kein Zufall, denn auf der Krim, auf einer Sandnehrung nahe dem Dorf Strelkowoje, gibt es Gasvorkommen, und dort liegt eine Gasverteilungsstation“, sagte Militärexperte Generalleutnant a. D. Juri Nektatschew. „Im Fall einer Beschädigung dieser Station könnte es zu Engpässen bei der  Energieversorgung der Halbinsel kommen.“ Er schloss auch eine Umweltkatastrophe nicht aus. Außerdem wurde nach seinen Worten den für 45 Tage einberufenen ukrainischen Reservisten mitgeteilt, dass sie danach in Richtung Krim ziehen werden.

    Dass an den möglichen Kampfhandlungen auf der Krim ausgerechnet Einwohner des Gebietes Cherson teilnehmen werden, ist Netkatschew zufolge naheliegend. In diesem Kontext verwies er auf die jüngste Äußerung des Führers der Krim-Tataren, Mustafa Dschemilew, dass die ukrainische Regierung derzeit an einem Plan zum „Anschluss des Gebietes Cherson an die Autonome Republik Krim innerhalb der Ukraine“ arbeite. Die Hauptstadt der neuen Gebietskörperschaft sollte die Stadt Genitschesk werden. Diesen Status werde sie „bis zur Befreiung der Krim von der ausländischen Okkupation“ haben, so Dschemilew.

    In Genitschesk fand vor wenigen Tagen eine auswärtige Sitzung des Medschlis (tatarisches Krim-Parlament) statt, die „der neuen für das tatarische Volk politischen Situation auf der Krim sowie der Umsetzung seines Rechtes auf eine national-territoriale Autonomie“ gewidmet war. Dieses Recht wurde den Tataren nach deren Auffassung genommen. Am 7. Juli wurde beschlossen, die tatarischen Vertreter aus den Exekutivbehörden der Krim abzurufen.

    Das kommissarische Oberhaupt der Krim, Sergej Aksjonow, sagte, dass der Medschlis-Vorsitzende Refat Tschubarow sowie Mustafa Dschemilew zeigen,   dass sie „sich den westlichen und vor allem den amerikanischen Geheimdiensten total unterordnen“. Angesichts dessen wurde beiden die Einreise auf die Krim verboten. Aber sie werden ihre Ziele offenbar nicht aufgeben, und davon könnte Poroschenko profitieren.

    „Ich bin mir sicher, dass die Behörden in Kiew die Krim-Tataren als wichtigsten Faktor für einen möglichen bewaffneten Konflikt auf der Krim betrachten“, sagte das korrespondierende Mitglied der russischen Akademie der Militärwissenschaften Oberst Eduard Rodjukow. Nach seinen Worten befürchtet er auch, dass daran auch Aktivisten des ukrainischen rechtsradikalen „Rechten Sektors“ teilnehmen könnten. „Das wäre ein schreckliches Szenario, aber es gibt gewisse Anzeichen dafür, dass Kiew es mithilfe der Amerikaner und der Nato umsetzen könnte“, so der Experte.

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