21:23 10 Dezember 2016
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    Kiew setzt Mobilmachung fort

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    Entwicklung in Ostukraine (2318)
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    Die Ukrainer sind empört über eine weitere Mobilmachungswelle im Land, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Die Ukrainer sind empört über eine weitere Mobilmachungswelle im Land, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Wie die ukrainische Zeitung „Westi“ unter Berufung auf den Militärkommandeur von Neschin (Gebiet Tschernigow) berichtete, soll die Kleinstadt bis zum 25. Juli mindestens 300 Kämpfer für die so genannten „Einheiten der territorialen Verteidigung“ bereitstellen. Das Höchstalter liegt bei 55 Jahren.

    Die ortsansässigen Unternehmen sollen Listen mit Mitarbeitern bereitstellen, die mobilisiert werden könnten.

    Ähnliche Informationen kommen aus Iwano-Frankowsk. Bis zum 25. Juli sollen 1400 Menschen mobilisiert werden. Die Dörfer müssen jeweils 40 Männer in die Armee schicken. Vom Gebiet Odessa sollen 20.000 Soldaten ins Donezk-Becken ziehen.

    „Es handelt sich zwar noch nicht um einen Kriegszustand, doch fast. Die jetzige Armeestärke reicht eindeutig nicht für die Übernahme der Kontrolle über das Donezk-Becken aus. Es handelt sich nicht um eine neue, sondern um eine Fortsetzung der alten Mobilmachungsaktion. Die territorialen Bataillone gibt es bereits seit März. Jetzt werden sie aber an die Front geschickt. Die Männer aus Cherson wollten in den Kasernen solange warten, bis die Kämpfe ein Ende genommen haben. Doch sie wurden vor einigen Tagen ins Donezk-Becken geschickt. In Nikolajew ist dieselbe Situation zu erkennen“, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter des ukrainischen Verteidigungsministeriums.

    Der Erlass über die Ausrufung des Kriegszustands und allgemeine Mobilmachung wurde vom ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko noch nicht unterzeichnet. Noch ist der im Mai verabschiedete Erlass des damaligen Interimspräsidenten Alexander Turtschinow gültig. Demnach sollten bis zum 4. Juli 37.000 Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren, darunter Freiwillige, mobilisiert werden. Offensichtlich wurde der Befehl nicht erfüllt. Laut dem Militärkommandeur von Kiew, Wladimir Kidnja,  kamen in der Drei-Millionen-Stadt im Laufe von drei Monaten nur 1558 Menschen ins Wehrersatzamt, darunter nur 150 Freiwillige. Die Mobilmachung wird in der Ukraine trotz der Aufrufe des Westens nach einer friedlichen Konfliktlösung fortgesetzt.

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