10:15 07 April 2020
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    Die EU ist beunruhigt über das von Russland verhängte Importverbot für Agrarprodukte, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Die EU ist beunruhigt über das von Russland verhängte Importverbot für Agrarprodukte, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Die EU-Kommission halte Moskaus Gegenmaßnahmen auf die westlichen Sanktionen für politisch motiviert und behält sich das Recht vor, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen, so der Sprecher der EU-Kommission Frederic Vincent. Auf Russland entfallen rund zehn Prozent des europäischen Exports von Agrarerzeugnissen. 2013 wurde ein Umsatz von zwölf Milliarden Euro verbucht. Viele Lebensmittelproduzenten in der EU schlagen Alarm. „Das ist eine höchst alarmierende Situation. Ich habe bereits um ein Treffen mit Francois Hollande gebeten“, sagte der Chef des französischen Bauernverbandes FNSEA Xavier Beulin. Die französische Agrarindustrie will genau wissen, welche Lebensmittel nicht mehr nach Russland geliefert werden dürfen und welche Bedingungen für eine Aufhebung des Verbots notwendig sind. „Das alles war eine Überraschung für uns“, sagt Beulin.
    Laut den „Kommersant“-Quellen sei man in den europäischen Wirtschaftskreisen davon ausgegangen, dass Russland vor allem Gegenmaßnahmen gegen widerspenstige Länder wie Polen und die baltischen Staaten ergreifen würde. Deswegen waren sie überrascht, dass das Importverbot auch Länder traf, die die Sanktionen gegen Russland abschwächen wollten. „Frankreich ist einer der wichtigsten Exporteure von Landwirtschaftsprodukten in der EU. Beschränkungen würden das Land natürlich treffen“, sagte David Lasfargue, Präsident der Assoziation der französischen Außenhandelsberater in Russland. „Jetzt warten alle Akteure darauf, wie die Beschränkungen die Wirtschaft tatsächlich treffen. Doch das ganze Sanktionssystem schadet natürlich sowohl dem europäischen als auch dem russischen Geschäft“.

    „Für die Lebensmittelwirtschaft ist Russland einer der wichtigsten Exportmärkte außerhalb der EU. Wir exportieren im Wert von etwa 1,5 Milliarden Euro nach Russland, und es wird unsere Exporteure aus diesem Bereich natürlich schon sehr treffen“, sagte Michael Harms, Vorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer in Moskau. Harms zufolge war die deutsche Wirtschaft immer kritisch gegenüber den Sanktionen eingestellt, wandte sich an politische Entscheidungsträger und suchte nach Wegen zur Vertiefung der Zusammenarbeit mit Russland.

    Europäischen Experten zufolge helfen die Sanktionen zwischen der EU und Russland nicht der Beilegung der Ukraine-Krise. Bei der Verhängung der Sanktionen gegen Russland wolle die EU zeigen, dass sie nicht bereit sei, alles zu verzeihen. Putin zeige als Reaktion ebenfalls Stärke. Doch diese Spirale der gegenseitigen Sanktionen führe zur Konfrontation und Entfremdung und fördere nicht die Lösung der Ukraine-Krise, so Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Außenpolitik.

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