11:29 02 Juni 2020
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    Irak-Konflikt: IS droht mit Hinrichtung weiterer Amerikaner

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    Die Kämpfer der radikalen Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) drohen Washington nach der Hinrichtung des US-Journalisten James Foley mit dem Tod weiterer Amerikaner, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Die Kämpfer der radikalen Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) drohen Washington nach der Hinrichtung des US-Journalisten James Foley mit dem Tod weiterer Amerikaner, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Die Islamisten wollen ihre Drohung in die Tat umsetzen, sollten die USA ihre Luftangriffe auf IS-Stellungen fortsetzen.

    Ein Video mit der Enthauptung des US-Journalisten hat weltweit für Entsetzen gesorgt. In dem Video sagt Foley selbst, dass die USA für seinen Tod verantwortlich seien. Seinem Bruder, der US-Soldat ist, sagt er: „Ich bin an dem Tag gestorben, an dem deine Kameraden eine Bombe auf diese Menschen abgeworfen haben“. Ein maskierter Mann, der neben Foley steht, sagt, dass dies die Rache für die Luftangriffe der USA sei.

    Am Vortag hatten die Islamisten ein Video ins Internet gestellt, in dem sie versprechen, „die Amerikaner in ihrem eigenen Blut ersaufen zu lassen“, falls die US-Luftangriffe weitergehen sollten. Foleys Hinrichtung zeigt, dass diese Worte keine bloße Drohung sind. Als nächster könnte der im August 2013 in Libyen entführte „Time“-Reporter Steven Sotloff exekutiert werden. Den Terroristen zufolge hängt sein Leben „von der Entscheidung“ des US-Präsidenten Barack Obama ab.

    Seit etwa zwei Wochen greifen die USA die Stellungen der Islamisten an. Zuvor hatten die Islamisten eine Offensive auf die nördlichen und westlichen Gebiete des Iraks begonnen. Obama hat am Montag geäußert, dass bei diesem Kampf wesentliche Fortschritte gemacht worden seien. Allerdings sagte er nicht, wann die Luftangriffe eingestellt werden könnten.

    Wladimir Sotnikow vom Zentrum für internationale Sicherheit beim Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen glaubt nicht daran, dass Obama dem Ultimatum der Terroristen folgen wird. Nach seiner Meinung will Obama keine Bodenoperation im Irak beginnen, obwohl es nicht ganz auszuschließen ist.

    Davon hatten bisher weder amerikanische noch europäische Politiker gesprochen. Nach Foleys Hinrichtung forderten einige von ihnen allerdings eine stärkere Unterstützung der irakischen Armee im Kampf gegen die Islamisten. Deutschland erwägt Waffenlieferungen an die kurdischen Milizen.

    Der britische Premier David Cameron musste gestern seinen Urlaub unterbrechen und nach London zurückkehren. In einer Ministerberatung wurde über die Entsendung von Soldaten in den Irak und nach Syrien gesprochen. Laut Außenminister Philip Hammond geht es dabei jedoch nur um die Ausbildung irakischer Soldaten.

    Im Westen ist man überzeugt, dass der IS-Vormarsch nur durch koordinierte Maßnahmen gestoppt werden kann. Der französische Präsident Francois Hollande forderte die Einberufung einer internationalen Konferenz im September, auf der „eine globale Strategie“ des Kampfes gegen IS konzipiert werden sollte. In einem Interview für die Tageszeitung „Le Monde“ sagte Hollande außerdem, dass IS derzeit noch gefährlicher als die al-Qaida 2001 sei. Hollande ließ jedoch offen, ob im Kampf gegen IS dieselben Methoden wie in den frühen 2000er-Jahren in Afghanistan angewendet werden.

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