18:31 16 Januar 2018
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    Ukraine steuert auf Versorgungskollaps zu

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    Regelung der Krise in der Ukraine (2437)
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    Die internationale Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit der Ukraine auf CCC herabgestuft, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Montag.

    Die internationale Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit der Ukraine auf CCC herabgestuft, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Montag.

    Zudem wurden Zweifel daran geäußert, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) der Ukraine die zweite Kredittranche in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar bereitstellt. Ohne diese Finanzspritze droht der Ukraine der Kollaps. Gas und Kohle reichen nur noch für einen Monat. Im Oktober werden viele Regionen in der Ukraine vor ernsthaften Versorgungsengpässen stehen.

    Die Prognosen der Fitch-Agentur in Bezug auf die Ukraine sind kaum optimistisch. Das ukrainische BIP soll in diesem Jahr mindestens um 6,5 Prozent zurückgehen. 2015 und 2016  wird es kein Wirtschaftswachstum geben. Der Export ukrainischer Erzeugnisse nach Russland sei in der ersten Jahreshälfte um 24 Prozent gesunken. Der Rückgang der Gaslieferungen wegen des Streits um die Zahlungen führe zu einem großen Energiedefizit, so Fitch.

    Deswegen hat Fitch die Bonität der Ukraine auf CCC gesenkt. Das bedeutet, dass die Ukraine vor dem finanziellen Kollaps steht und die Regierung keinen konkreten Plan hat, wie die Situation geändert werden könnte.

    Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Ukraine könnte viele westliche Partner abschrecken. Das ukrainische Finanzministerium rechnet Ende August mit einer weiteren IWF-Finanzspritze in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar. Die erste Tranche in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar wurde bereits im April überwiesen. Im Juli hielt der IWF die zweite Tranche des Hilfskredits angesichts der angespannten Lage der ukrainischen Wirtschaft zurück. Nach der Fitch-Herabstufung könnte es zu einer weiteren Verschiebung kommen.

    Ohne diese Finanzhilfe droht der Ukraine der finanzielle Zusammenbruch. Das Land hat fast keine Energieressourcen mehr. Nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums werden die ukrainischen Wärmekraftwerke in einem Monat keine Kohle mehr bekommen, weil der Strom für die Güterzüge fehlen wird.

    Zudem gibt es kaum noch Gas in der Ukraine. Premier Arseni Jazenjuk will rund fünf Milliarden Kubikmeter russisches Gas kaufen, was aber nur mit Hilfe des Westens möglich ist. Zudem schuldet Kiew dem russischen Energiekonzern Gazprom ohnehin mehr als fünf Milliarden US-Dollar.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach dem ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko bei ihrem Besuch in Kiew eine Finanzspritze in Höhe von 500 Millionen Euro. Doch diese Mittel sollen zum Wiederaufbau der durch die Kämpfe verwüsteten Region Donezk verwendet werden.

    Der Westen hilft bislang nur mit Worten. Großbritannien, die EU und die USA haben in der Ukraine eine Informationskampagne gestartet, wie man Gas, Warmwasser und Strom sparen kann. Wenn Kiew nicht schnell seinen Kurs ändert, gibt es Anfang Oktober jedoch keine Reserven mehr.

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