12:16 25 April 2019
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    Kampf gegen IS: USA suchen Verbündete

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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Die USA sind offenbar auf dem Weg zur Bildung einer internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS), schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Die USA sind offenbar auf dem Weg zur Bildung einer internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS), schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Gleichzeitig erwägt die US-Administration einen weiteren Militäreinsatz im Norden des Iraks. Es geht um Luftschläge gegen IS-Stellungen nahe der Stadt Amerli und den Abwurf von Hilfsgütern für die dort ansässige turkmenische Gemeinde. Die Stadt mit ihren 12 000 Einwohnern wird schon seit mehr als zwei Monaten belagert, und die dort lebenden Turkmenen und Schiiten sind nach Auffassung des Weißen Hauses derselben Gefahr ausgesetzt wie die Jesiden, die nach dem Vormarsch der Islamisten fliehen mussten. Damit wollen die Amerikaner im Nordirak ein weiteres Massaker verhindern, vor dem auch die Uno warnt.

    Als Koalitionspartner im Kampf gegen die radikalen Islamisten  kommen Länder wie Großbritannien, Australien, Türkei, Jordanien, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate infrage. Sie sollen die prowestlichen Oppositionskräfte in Syrien unterstützen und sich den US-Militäreinsätzen anschließen. An den Luftangriffen könnten sich Großbritannien und Australien beteiligen. Die Türkei könnte ihre Stützpunkte bereitstellen. Jordanien könnte seine Koalitionspartner mit Aufklärungsdaten versorgen. Saudi-Arabien und Katar könnten die gemäßigte Opposition mitfinanzieren.

    Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte den USA angeboten, gemeinsam gegen die Islamisten vorzugehen. Im Westen gilt Assad jedoch weiterhin als Feind. Deshalb schlug Washington das Angebot des syrischen Machthabers aus. Die am Montag begonnenen Drohnen-Aufklärungsflüge über der syrischen Provinz Dayr az Zawr wurden mit Assad nicht abgesprochen.

    Die britische Zeitung „The Independent“ behauptet allerdings, dass mit Damaskus im Kampf gegen IS bereits kooperiert werde. „Die USA helfen der Regierung Assads heimlich, indem sie ihr über den Bundesnachrichtendienst (BND) Informationen über die Aufenthaltsorte der Dschihad-Führer weitergeben“, so die Zeitung.

    In Großbritannien sorgt die Kooperation mit der syrischen Regierung für rege Diskussionen. Richard Dannatt, früherer Generalstabschef der britischen Armee, sagte: „Meines Erachtens müssen wir mit ihm (Assad) einen Dialog führen, egal ob heimlich oder offen.“ Auch der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses im House of Commoms (Parlamentsunterhaus), Malcolm Rifkind, stimmte zu: „Manchmal muss man einfach mit widerlichen Menschen zusammenarbeiten, um Menschen loszuwerden, die noch widerlicher sind.“

    Christopher Meyer, früherer britischer Botschafter in den USA, sagte seinerseits: „Wie der herausragende Außenminister des viktorianischen Zeitalters Lord Palmerston einmal sagte, haben wir keine ständigen Freunde oder Feinde, sondern nur ständige Interessen.“

    In den USA schließen die Medien mittlerweile auch eine Zusammenarbeit mit dem Iran nicht aus. Die Webseite „World Tribune“ berichtete unter Berufung auf Quellen im irakischen Kurdistan, dass die iranischen Revolutionswächter Tausende Soldaten in den Nordirak entsendet hätten, die dort gegen IS kämpfen sollen.

    Die Webseite „Daily Beast“ rechnet sogar damit, dass eine „große Allianz“ unter Beteiligung Russlands, Syriens und des Irans entstehen könnte. Der frühere US-Botschafter im Irak James Jeffrey erklärte jedoch, warum ein solches Bündnis unwahrscheinlich ist: „Die Gefahr besteht darin, dass die Menschen denken könnten, dass wir unsere Aktivitäten mit dem Iran koordinieren würden. Wir haben bereits enorme Probleme mit sunnitischen arabischen Staaten und mit den Israelis und müssen deswegen sehr vorsichtig vorgehen. Der Iran befindet sich im Syrien-Konflikt auf der Gegenseite, und es ist für uns sehr wichtig, dass die sunnitische Mehrheit, die Assad nicht mehr an der Macht sehen will, sich uns im Kampf gegen IS anschließt.“

    „Es ist unwahrscheinlich, dass die USA mit dem Assad-Regime kooperieren werden“, so die russische Nahost- und Nordafrika-Expertin Irina Mochowa. „Natürlich würde Damaskus seinen Beistand gerne gegen den weiteren Verbleib Assads an der Macht tauschen. Ich glaube aber nicht, dass Obama auf einen solchen Deal eingeht. Andererseits sind die Amerikaner daran interessiert, IS mit ihren Luftschlägen in Syrien zu eliminieren bzw. wesentlich zu schwächen, selbst wenn das zu einem kurzfristigen Triumph des Assad-Regimes führen würde.“ Allerdings schloss die Expertin auch nicht aus, dass Washington und Teheran sich auf Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien geeinigt haben.

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