08:13 16 Oktober 2018
SNA Radio
    Zeitungen

    Pakistan: Erste Tote bei wütenden Protesten gegen Regierung

    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif will heute im Parlament mit einer Rede den eskalierenden Protesten im Land entgegensteuern, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif will heute im Parlament mit einer Rede den eskalierenden Protesten im Land entgegensteuern, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    In der Hauptstadt Islamabad ist es in den vergangenen Tagen zu schweren Zusammenstößen zwischen protestierenden Regierungsgegnern und der Polizei gekommen. Die Oppositionellen fordern den Rücktritt der Regierung wegen Korruption und Wahlfälschung sowie die Ansetzung von Neuwahlen.

    Obwohl die Polizei Tränengas einsetzte, gelang es den Regierungsgegnern am Sonntag, den staatlichen Fernsehsender PTV in Islamabad zu stürmen.

    In Pakistan kommt es immer wieder zu Massenunruhen, doch die jetzigen Proteste haben ein bisher seltenes Ausmaß erreicht. Die ersten Protestaktionen begannen am 15. August und waren eher friedlich. Seit Samstag sind jedoch mindestens drei Protestierende bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei ums Leben gekommen. Etwa 500 wurden verletzt.

    Die Regierung profitiert bislang davon, dass die Oppositionellen bislang nicht imstande waren, ihre Protestaktionen zu koordinieren. Der frühere Kricketspieler und Vorsitzende der Oppositionspartei Pakistan Tehreek-e-Insaf (Pakistanische Bewegung für Gerechtigkeit), Imran Khan, appellierte an seine Anhänger, auf Gewaltaktionen zu verzichten. Der charismatische Prediger Ul-Qadri findet jedoch, dass im Kampf gegen die Regierung jedes Mittel den Zweck heiligt.

    Nawaz Sharif regiert seit 2013. Die Machtübergabe im vergangenen Jahr ohne Beteiligung des Militärs war die erste friedliche und demokratische in der Geschichte Pakistans. Allerdings gestaltete sich Sharifs erstes Amtsjahr schwierig. Die Regierung konnte weder die Korruption noch die Arbeitslosigkeit besiegen. Selbst in seiner eigenen Partei, der Pakistanischen Muslimliga (PML-N), gibt es viele Kritiker.

    Neben dem fehlenden Zusammenhalt der Oppositionellen kommt Regierungschef Sharif zugute, dass die Pakistaner müde von den ständigen Protesten, Machtstürzen und sozialen Erschütterungen sind. An den Aktionen in Islamabad beteiligen sich zwar 30 000 Menschen, was angesichts einer Bevölkerungszahl von 180 Millionen allerdings nicht allzu viel ist. Zudem hält sich die Armee, die in der Vergangenheit in ähnlichen Situationen häufig eingriff, diesmal zurück.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren