14:05 01 Oktober 2016
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    IS droht Putin mit Krieg im Kaukasus

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    Nach dem Video mit der Enthauptung des US-Journalisten Steven Sotloff haben die Terroristen der Dschihadistengruppe „Islamischer Staat“ (IS) ein weiteres Video mit Drohungen an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen syrischen Amtskollegen Baschar al-Assad im Internet veröffentlicht, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Nach dem Video mit der Enthauptung des US-Journalisten Steven Sotloff haben die Terroristen der Dschihadistengruppe „Islamischer Staat“ (IS) ein weiteres Video mit Drohungen an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen syrischen Amtskollegen Baschar al-Assad im Internet veröffentlicht, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    In dem Video sind ein IS-Kämpfer im Cockpit eines Kampfjets und ein weiterer am Steuer eines Fahrzeugs zu sehen. (Nach Angaben des TV-Senders Al-Arabiya haben die militanten Islamisten einen Militärflugplatz in der ostsyrischen Provinz ar-Raqqa erobert.) „Dein Thron ist schon ins Wanken geraten, schwebt in Gefahr und bricht zusammen, wenn wir zu dir kommen“, sagte der Terrorist. „Das ist eine Botschaft an dich, Wladimir Putin. Das sind deine Flugzeuge, die du Assad geschickt hattest. Jetzt schicken wir sie dir mit Allahs Unterstützung zurück!“

    Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrats (Parlamentsoberhaus), Michail Margelow, äußerte dazu, dass im Nahen Osten „ein globales Kalifat, das tödlich und gefährlich ist, entsteht.“ Die Drohungen an die russische Führung gelten auch für Europa, „wo es ziemlich viele Anhänger des Kalifats gibt“, warnte er. „Die Anschlagsdrohungen für den Kaukasus sollten wir ernst nehmen. Im vorigen Jahr tauchte eine Landkarte des Kalifats auf, auf der russische Regionen vermerkt sind, in denen es wahhabitische Elemente gibt“, so der Senator.

    „In Russland gibt es tatsächlich IS-Ableger, und zwar nicht nur im Nordkaukasus, sondern auch in Südrussland“, bestätigte der Präsident des Instituts für Religion und Politik, Alexander Ignatenko. Sie seien für die zwei Terroranschläge in Wolgograd im Dezember 2013 verantwortlich. Der Experte ergänzte allerdings, dass die russischen IS-Ableger nicht so groß seien, so dass ihre Aktivitäten nicht mit denen der Islamisten in Syrien, im Irak oder im Libanon zu vergleichen seien. „Man darf aber den Umstand nicht außer Acht lassen, dass sich auf dem Territorium, das IS derzeit kontrolliert, mindestens 100 russische Staatsbürger befinden, und zwar nicht nur Tschetschenen, sondern auch Krim-Tataren. Irgendwann kommen diese Menschen nach Russland zurück, aber nicht um friedlich zu leben, sondern um die Drohungen der Islamisten zu verwirklichen“, warnte Ignatenko.

    „Die Gefahr ist zweifelsohne groß“, stimmte der Nahost-Experte Jewgeni Satanowski zu. „Zum ersten Mal haben die Terroristen dermaßen große Gebiete und moderne Waffen erobert. Sie verfügen über große Finanzmittel und Zehntausende Anhänger im Nahen Osten, in der islamischen Welt, darunter auch europäische Bürger. Morgen könnten diese europäischen Terroristen nach Frankreich, Deutschland, Belgien oder Schweden kommen“, warnte er.

    US-Präsident Barack Obama kündigte gestern bei seinem Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallinn die Bildung einer internationalen Koalition im Kampf gegen die IS-Terroristen an. Er räumte jedoch ein, dass dieser Kampf viel Zeit in Anspruch nehmen könnte.

    Satanowski zeigte sich in diesem Zusammenhang skeptisch und zugleich überzeugt, dass der Abzug der US-Truppen aus dem Irak ein großer Fehler Obamas gewesen sei. „Um die Islamisten in den Griff zu bekommen, müsste Obama nicht nur seinen Fehler zugeben, sondern auch wieder Militäreinheiten in den Irak entsenden.“ Obama wolle jedoch seine Inkompetenz nicht einräumen und kämpfe vorerst nur verbal gegen die Terroristen, so der Experte.

     

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