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    Ukraine-Krise: Ex-Botschafter werfen Westen Fehler vor

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    Regelung der Krise in der Ukraine (2436)
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    Der ehemalige britische Botschafter Sir Tony Brenton und sein früherer US-Amtskollege in Moskau Jack Matlock haben dem Westen vorgeworfen, mit der Einmischung in den Ukraine-Konflikt einen Fehler begangen zu haben, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ in ihrer Freitagausgabe.

    Der ehemalige britische Botschafter Sir Tony Brenton und sein früherer US-Amtskollege in Moskau Jack Matlock haben dem Westen vorgeworfen, mit der Einmischung in den Ukraine-Konflikt einen Fehler begangen zu haben, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ in ihrer Freitagausgabe.

    Während die EU- und US-Politiker mit neuen Sanktionen Russland in die Knie zwingen wollen, sind die ehemaligen Botschafter der Ansicht, dass die unvernünftige Politik des Westens zu irreversiblen Folgen führen könnte.

    Den früheren Botschaftern zufolge begann die Ukraine-Krise bereits 2008, als die Nato beschlossen hatte, die gespaltene Ukraine mit der Aussicht auf einen Beitritt zu umgarnen.

    Die USA wären auch beunruhigt, wenn China ein Militärbündnis mit Mexiko oder Kanada anstreben würde, so Matlock. Brenton zufolge hat der Westen Russland 20 Jahre lang nicht ernst genommen und sich in dessen „Vorgarten“ eingenistet, ohne sich über mögliche Reaktionen Moskaus Gedanken zu machen.

    Brenton zufolge will US-Präsident Barack Obama bei der Erörterung der Ukraine-Krise vor allem den Kongress gefügig machen. Die EU beschließe einen gemeinsamen Kurs und mache sich erst anschließend Gedanken darüber, ob er richtig sei. Das erschwere einen Dialog zur Ukraine-Krise. Die kontraproduktiven Sanktionen des Westens könnten dazu führen, dass jahrzehntelang Funkstille mit Russland herrscht.

    Laut Matlock hätte der Westen nicht in den Dialog zwischen Moskau und Kiew eingreifen sollen. Eine dritte Seite in den russisch-ukrainischen Beziehungen würde nur stören. Es wäre ungerecht, Russland an den Pranger zu stellen, nur weil es sich anders als gewünscht verhält.

    „Alles, was Europa jetzt unternehmen kann, ist den Todeskampf und den Niedergang der Ukraine zu verlängern“, so der ehemalige britische Botschafter.

    Die beiden ehemaligen Diplomaten sind davon überzeugt, dass die Sanktionen keinen Kurswechsel des Kremls bewirken werden. Sollte der Westen tatsächlich an einer Lösung der Ukraine-Krise interessiert sein, muss er Verständnis für Russland zeigen.

    „Was will Russland?“, fragt Brenton. Es gehe vor allem um die Neutralität der Ukraine, die sich unter keinen Umständen der Nato anschließen darf. Zudem strebt Moskau eine für alle beteiligten Seiten akzeptable Autonomie der östlichen Gebiete der Ukraine an.

    Doch der Westen hält weiter an seinem Plan fest, Kiew für einen Nato-Beitritt zu gewinnen. Er sollte jedoch verstehen, dass die Ukraine dadurch weiter gespalten, die Wirtschaft zum Stillstand gebracht und die bisherige Weltordnung durcheinander gewirbelt werde, so Brenton.

     

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