11:50 18 Oktober 2018
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    Gespräche in Genf: Wirtschaftsbosse legen Ukraine-Plan vor

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    Wirtschaftsbosse aus Russland, Deutschland, den USA und der Ukraine haben auf Einladung des Veranstalters des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum, WEF), Klaus Schwab, über Wege zur Lösung der Ukraine-Krise gesprochen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Mittwoch.

    Wirtschaftsbosse aus Russland, Deutschland, den USA und der Ukraine haben auf Einladung des Veranstalters des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum, WEF), Klaus Schwab, über Wege zur Lösung der Ukraine-Krise gesprochen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Mittwoch.

    Schwab empfing die Unternehmensführer in seinem Haus am Genfer See.

    An dem Gespräch beteiligten sich auch der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler und die Vorstandsvorsitzenden von BASF und Siemens, Kurt Block und Joe Kaeser.

    Aus Russland kamen Anatoli Tschubais (Rosnano), German Gref (Sberbank), Andrej Kostin (VTB) und Alexej Mordaschow (Sewerstal).

    Die ukrainische Seite bei dem Treffen repräsentierten unter anderem der Milliardär Viktor Pintschuk und der Gouverneur des Gebietes Donezk, Sergej Taruta.

    Aus den USA waren Alcoa-Vorstandschef Klaus Kleinfeld, die Pepsi-CEO Indra Nooyi und der CEO von Ernst & Young, Mark Weinberger, in die Schweiz gereist.

    Auch der Präsident der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer, war zu dem Treffen am Genfer See gekommen.

    Ähnliche Gespräche (Moscow Meeting) hätten auch in Moskau stattfinden können, wurden aber „auf unbestimmte Zeit verschoben“. In Moskau führte man das auf die aktuellen geopolitischen Umstände zurück.

    Das Treffen bei WEF-Veranstalter Schwab wurde offiziell als „Genfer Initiative zur Ukraine“ bezeichnet. Dessen Teilnehmer vereinbarten einen Plan zur friedlichen Lösung des Ukraine-Konflikts. Die Wirtschaftsbosse sprachen sich für die Einberufung eines Treffens der Staats- bzw. Regierungsoberhäupter Russlands, der Ukraine, der EU-Länder und der USA aus.

    Alle Teilnehmer des „Genfer Treffens“ haben Geschäftsinteressen in Russland. Der BASF-Konzern und seine Öl- und Gastochter Wintershall ist eng mit dem russischen Energiekonzern Gazprom verflochten: Unter anderem haben BASF und Gazprom gemeinsam die Pipeline North Stream gebaut. Zudem ist Wintershall an der Erschließung von Gasvorkommen in Westsibirien beteiligt.

    Wegen Siemens‘ großen Engagements in Russland reiste Konzernchef Kaeser kurz nach dem Unabhängigkeits-Referendum auf der Krim  nach Moskau, um mit Gazprom-Chef Alexej Miller und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sprechen. Dafür wurde er von den westlichen Medien heftig kritisiert.

    Alcoa besitzt zwei Hüttenbetriebe in Russland, auf die drei Prozent des globalen Gewinns des Konzerns (23 Milliarden Dollar im Jahr 2013) entfallen.

    Für PepsiCo ist Russland der zweitgrößte Absatzmarkt weltweit, auf den im vorigen Jahr 7,4 Prozent ihres globalen Gewinns (4,9 Milliarden Dollar) entfielen.

    Die „Genfer Initiative“ ist nicht der erste Versuch der Wirtschaftsführer, die Politiker zur Lösung der Ukraine-Krise zu drängen. Ende August hatte der britische Großunternehmer Richard Branson (Virgin) gemeinsam mit 16 „Kollegen“ aus Russland, der Ukraine und anderen Ländern einen offenen Brief geschrieben und die enormen humanen sowie wirtschaftlichen Verluste wegen der Ukraine-Krise hervorgehoben.

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